Ein guter und ein nicht so guter Ausgang

Omid Hadiazhar (Mitte) erzielt für GSD Porto Torres 44 Punkte und holte 21 Rebounds - fürs Halbfinale reichte das aber nicht. (Foto: A. Stich)

Spannung, Spiel und eine tolle Atmosphäre bei der United-Premiere

Hannover. Was war das für eine EuroCup-Premiere für Hannover United. Eine doppelte Premiere, mit einem guten und einem nicht so guten Ausgang an Tag 1. United unterlag in seinem ersten internationalen Spiel mit 61:73 gegen die spanische Spitzenmannschaft BSR ACE Gran Canaria. Die Stimmung war allerdings internationale Klasse. Rund 300 Rollstuhlbasketball-Fans aus Hannover und Gran Canaria machten das vierte Viertelfinale am Abend zu einem Klasse-Spiel in der Sporthalle der Goetheschule. „Das war schon ein geiles Gefühl, als wir da unten gestanden und hochgeschaut haben und alle haben geklatscht und einen riesigen Lärm gemacht“, sagt United-Center Jan Haller.
Dass es aus United-Sicht nicht noch erfolgreich war, lag unter anderem daran, dass das zweite Viertel nach einem ausgeglichenen ersten Abschnitt mit zwei schnellen Dreiern von Amit Vigoda und Jan Sadler mit 10:22 verloren ging. Auch nach der Pause fand United keinen Zugriff auf die Gäste aus Gran Canaria. Es war ein bisschen wie Karussell: Die Spanier spielten sich den Ball schnell in der gefährlichen Zone hin und her - und einer war immer frei. Rose Marie Hollermann (18 Punkte), Jorge Salazar (16), sowie Arie Twist und Jorge Sanchez (je 13) warfen zweistellige Punktzahl. Am Ende stand bei United eine Wurfquote von 40, bei Gran Canaria von 53 Prozent aus dem Feld, 43:60 bei den Freiwürfen. Das machte den Unterschied. Jetzt geht es für United an den verbleibenden zwei Spieltagen um Platz fünf.
Spannender waren da schon die Spiele zwischen Porto Torres aus Sardinien und dem Toulouse Iron Club sowie Ilan Ramat Gan und den Pilatus Dragon. Bis ins letzte Viertel hatte Porto Torres, angetrieben von dem wilden Omid Hadiazhar, mit teilweise elf Punkten die Nase vorn. Hadiazhar schien lange Zeit das Glück an den Fingern zu kleben. Der Iraner war kaum zu stoppen, warf 44 Punkte und krallte sich 21 Rebounds - doch am Ende ging seinem Team die Luft aus. Toulouse Iron Club drehte 73 Sekunden vor Schluss das Spiel - und jubelte am Ende. Auch deshalb, weil mit Bilal Ayache (20 Punkte), Hakim Badache und Nabil Guedon (je 17 Punkte) drei Spieler zweistellig trafen.
Ähnlich ging es Ilan Ramat Gan aus Israel. Das Team hatte in Spiel 3 einen rabenschwarzen Start, lag nach zehn Minuten 3:19 zurück. Maurice Ammacher hatte zu diesem Zeitpunkt schon zehn Punkte, aber auch schon zwei Fouls. Anfang des zweiten Viertels folgte Foul drei, kurz vor der Halbzeit Foul vier. Da hatte Ramat Gan aus einem 3:19 ein 21:27 gemacht. Das sah dann schon viel freundlicher aus. Ein weiterer Run nach der Pause und aus 16 Punkten Rückstand hatte das Team sechs Punkte Vorsprung gemacht (40:34). Im letzten Viertel machte Ilan Ramat Gan den Sack zu.
Wenig Chancen hatte Beit-Halochem Haifa, der kommende Gegner von Hannover United, gegen die Sitting Bulls. Die kleinen, wendigen Österreicher machten Haifa das Leben sehr schwer. Die Halbfeldpresse zwang Haifa im Spielaufbau zu vielen Fehlern, teilweise kam das Team gar nicht über die Mittellinie. Die Folge: viele einfache Punkte für die Sitting Bulls und 19 Turnover bei Haifa.