Ein Handballleben für ihren TuS

Handball und die Farben rot und blau bestimmen die Freizeit von Jenny und Ralf Herpich. (Foto: O. Krebs)

Kaltenweider Jenny und Ralf Herpich unterstützen Vinnhorster Drittligateam mit Rat und Tat

Kaltenweide/Vinnhorst (ok). Ihre Herzen schlagen rot-blau. Der TuS Vinnhorst ist ihr Verein, obwohl sie seit elf Jahren in Kaltenweide wohnen. Jennifer – von allen nur Jenny genannt – und Ralf Herpich gehören zu den „guten Seelen“, die sich ehrenamtlich für die Handballabteilung des Vereins vom Kanal engagieren. Bei jedem Heimspiel sind sie dabei, kümmern sich mit den anderen Ehrenamtlichen um den reibungslosen Ablauf vor und hinter den Kulissen. Und die Aufgaben sind mit dem Aufstieg in die dritte Handballliga Nord-Ost zu Beginn der Saison nicht geringer geworden, etwa 20 Helfer sind alle zwei Wochen in der Wendlandhalle in Herrenhausen im Einsatz, sorgen für Auf- und Abbau der Tribünen, für die technische Vorbereitung fürs Kampfgericht. Auch Kassieren und Verkaufen ist natürlich angesagt. Einer der Jobs von Jenny, denn die 47-Jährige ist nicht nur für die Koordination zuständig, sondern sitzt auch an der Kasse. „Die erste Halbzeit kann ich deshalb nicht sehen“, sagt sie voller Bedauern, aber das Engagement für ihren TuS, für den sie seit ihrem neunten Lebensjahr Handball spielt, ist ihr das Wert. Dabei kommt Jenny eigentlich aus einer Fußballfamilie, ihr Vater war ein erfolgreicher Kicker beim BV Werder. „Aber mich hat immer der kleinere Lederball fasziniert“, sagt sie schmunzelnd. Auch ihr Ehemann Ralf war früher beim MTV Groß-Buchholz am Ball, hat aber die Handballstiefel im Gegensatz zu seiner Frau – sie spielt noch für die Ladies und manchmal auch zweite Damen – mittlerweile an den sprichwörtlichen Nagel gehängt. Bei den Heimspielen ist der 53-jährige Kraftfahrzeugschlosser kompetenter Ansprechpartner in Sachen Technik, nachdem Abteilungsleiter Clife Beyer-Pohl ihn sanft überredet hatte. Auch ein Job mit logistischem Aufwand, denn das Equipment muss jedes Mal von zu Hause mitgeschleppt, Drucker und Laptop dann in der Wendlandhalle aufgebaut werden. „Ich habe immer ein zweites Gerät im Auto. Da darf nichts schiefgehen“, ist Ralf Herpich für den Fall der Fälle gerüstet. Denn: In der dritten Handballliga herrschen schon Profibedingungen, der Deutsche Handballbund ist hier federführend. Die Gefahr für negative Überraschungen sollten da möglichst minimiert werden. Aber: „Es macht riesigen Spaß und ist positiver Stress“, sagen die beiden, die auch im positiven Sinne handballverrückt sind. Wenn sie dann am Sonnabend vor dem Heimspiel um 13 Uhr die Tür in ihrem Kaltenweider Eigenheim zuschließen, sind die beiden voll auf ihren TuS fixiert. Denn ohne die ehrenamtlichen Helfer liefe eben wenig. Aber auch, wenn die beiden mal frei haben, dreht sich alles um den TuS. Oft fahren sie zu Auswärtsspielen mit, verbinden den Trip dann mit einer Städtetour. Die schönste Erinnerung haben sie an Stralsund, wo die Mannschaft im Sommer den Aufstieg klargemacht hat. Jenny Herpich: „Unser Urlaub am Bodensee ging passenderweise gerade einen Tag vorher zu Ende, sodass wir quer durch die Republik an die Ostseeküste gereist sind.“ Strapazen, die mit einem Sieg des Teams belohnt worden sind. Ein Team, auf das die beiden nichts kommen lassen. Die Jungs sind alle lieb“, sagt Jenny, die beruflich als Teamleiterin bei der Deutschen Post arbeitet, und strahlt dabei über das ganze Gesicht. Motivation genug, um auch weiterhin bei den Spielen an vorderster Front mit von der Partie zu sein.