Eine fünftägige Auszeit

Martin Kluck, Trainer von Hannover United. (Foto: M. Lobback)

Hannover United ruht aus: Regeneration für den Hinrunden-Endspurt

VON VIVIANE MÜLLER
Hannover. Der 6. Spieltag der 1. Rollstuhlbasketball-Bundesliga (RBBL1) ist durch - ohne Hannover United. Das Team hatte aufgrund der Absage der Baskets 96 Rahden ein spielfreies Wochenende. Nach der für zahlreiche Spielerinnen und Spieler hohen Belastung durch eine lange Vorsaison, der U22-Europameisterschaft, den Paralympics und dem Saisonstart nach extrem kurzer Vorbereitung hat Trainer Martin Kluck seiner Mannschaft fünf Tage frei gegeben. Einfach mal abschalten, lautete die Ansage. Am Montag nimmt die Mannschaft ihr Training wieder auf.
Für United-Talent Alexander Budde geht es ganz ohne Sport jedoch nicht. "Ich bin beim Krafttraining geblieben und halte mich in dem Bereich fit, lasse meinen Sportrollstuhl allerdings für ein paar Tage stehen. Ich habe mir mit meiner Familie am Freitagabend in Hamburg ein Läuferbasketballspiel der Hamburg Towers angeschaut. Das ist dann der entspannte Teil mit Basketball (lacht). Ansonsten habe ich am Wochenende in das ein oder andere Spiel reingezappt, jedoch nicht so intensiv, da ich meinen Kopf freibekommen möchte."
Seine Mannschaftskollegen Jan Haller und Jan Sadler haben die freie Zeit genutzt und den Sport komplett hintan gestellt. "Das ist das zweite freie Wochenende seit den Paralympics. Anfang Dezember steht dann die Europameisterschaft an. Ich nutze die Zeit, damit ich mit aufgeladenen Akkus in die neue Trainingswoche starten kann", sagte Haller. United-Kapitän Sadler äußerte sich ähnlich: "Wir werden die Zeit alle individuell nutzen, damit fahren wir sehr gut. Durch die hohe Belastung haben viele kleinere Verletzungen mitgenommen, die es gilt auszukurieren."
Die Zwischenbilanz in der laufenden Saison liest sich nicht besonders gut, aber auch nicht besonders schlecht: Hannover United liegt nach dem freien Wochenende mit vier Punkten aus fünf Spielen auf Rang sechs. Den Heimsiegen gegen die Doneck Dolphins Trier und die ING Skywheelers stehen Niederlagen gegen die Rhine River Rhinos, den RSV Lahn-Dill und die RBC Köln 99ers gegenüber. "Wir sind mit dem Heimsieg gegen die Doneck Dolphins Trier gut in die Saison gestartet. In Wiesbaden haben wir ein durchwachsenes Spiel gezeigt und haben Zuhause den nächsten wichtigen Sieg gegen die ING Skywheelers Frankfurt eingefahren. In Wetzlar waren Ansätze erkennbar, wir haben über weite Strecken kein schlechtes Spiel gemacht", sagt Spielmacher Haller.
Daran wollte United auch gegen die RBC Köln 99ers anknüpfen und sich den nächsten Hannover. Heimsieg holen - verlor das Spiel aber mit 44:55. "Gegen Köln haben wir überhaupt kein gutes Spiel gezeigt. Wir haben den Anfang verschlafen, lagen im ersten Viertel schon deutlich zurück und sind diesem Rückstand die gesamte Zeit hinterher gelaufen. Diese Niederlage tut verdammt weh und hat uns auch noch eine Weile beschäftigt", sagte Haller. Jan Sadler zog positive Schlüsse und zeigte sich optimistisch: "Wir wissen, dass beim Rückspiel die Karten neu gemischt sind. Ich bin mir sicher, dass wir da mit neuer Energie herangehen und uns diese Pause neue Kraft schenken wird.“
Auffällig ist, dass Hannover United in der Offensive deutlich mehr Optionen hat als in den vergangenen Jahren. Der Fokus liegt nicht auf einem Spieler. "Wir haben einen tiefen Kader in dieser Saison, können unser Spiel variabler gestalten und die Last auf mehrere Schultern verteilen", sagte Alexander Budde. "Die Re-Integrierung von Mars (Mariska Beijer, die Red.) und Christoph Lübrecht passt perfekt, es fühlt sich gut an, so als seien sie nie weggewesen. Gleichzeitig gibt uns unser Neuer ‚Goose' (Jan Gans, die Red.) unglaublich viel Scoring-Qualitäten und Erfahrung. Diese Kombination tut uns gut."
In der Hinrunde stehen für Hannover United noch drei Partien auf dem Spielplan der ersten. Rollstuhlbasketball-Bundesliga: beim BBC Münsterland, gegen die BG Baskets Hamburg und bei den RSB Thuringia Bulls. "Wir haben jetzt noch zwei Spiele vor der Brust, die definitiv zu gewinnen sind“, sagte Sadler. "Die RSB Thuringia Bulls sind kein leichter Gegner." Budde zeigte sich optimistisch: "Wir haben die Luxussituation sagen zu können, dass wir alle drei Teams schon geschlagen haben. Wir können mit breiter Brust auftreten und brauchen uns nicht verstecken."
Jan Haller sagte: "Münsterland und Hamburg sind keine unwichtigen Spiele. Gegen den Meister aus Thüringen sind wir der klare Außenseiter, da schauen wir aber noch nicht hin. Wir werden unseren Fokus von Spiel zu Spiel setzen." Ziel sei eine deutliche Leistungssteigerung gegenüber dem Köln-Spiel. "Der BBC Münsterland hat eine gute, junge Mannschaft und erfahrene Spieler, die schon andere Teams vor große Probleme gestellt hat", sagte Alexander Budde. "Das Spiel gegen die RSB Thuringia Bulls wird unser Selbstbewusstsein in der laufenden Spielzeit von großer Bedeutung sein. Es werden spannende Wochen."
So geht's weiter:
1. Rollstuhlbasketball-Bundesliga
7. Spieltag | BBC Münsterland - Hannover United (6. November, 15 Uhr)
8. Spieltag | Hannover United - BG Baskets Hamburg (13. November, 18 Uhr)
9. Spieltag | RSB Thuringia Bulls - Hannover United (20. November, 18 Uhr)
10. Spieltag | Doneck Dolphins Trier - Hannover United (6. Januar 2022, 16 Uhr)
11. Spieltag | Hannover United - Rhine River Rhinos (15. Januar, 18 Uhr)
12. Spieltag | ING Skywheelers - Hannover United (22. Januar, 18 Uhr)
13. Spieltag | Hannover United - RSV Lahn-Dill (29. Januar, 18 Uhr)
14. Spieltag | RBC Köln 99ers - Hannover United (12. Februar, 17 Uhr)
15. Spieltag | spielfrei (19./20. Februar)
16. Spieltag | Hannover United - BBC Münsterland (26. Februar, 18 Uhr)
17. Spieltag | BG Baskets Hamburg - Hannover United (6. März, 15 Uhr)
18. Spieltag | Hannover United - RSB Thuringia Bulls (19. März, 18 Uhr)

IWBF Europe EuroLeague 2, Vorrunde A
Ausrichter Hannover United | 10. März bis 13. März - Spielplan folgt