Eine zweite Halbzeit wie aus einem Guss

Aufstiegsrunde: TuS Vinnhorst bezwingt TuS Spenge mit 32:24 (19:14)

Vinnhorst. Die letzten fünf Minuten hielt es nemanden der rund 500 Zuschauer mehr auf den Sitzen. Was da gerade passiert war, war der helle Wahnsinn. 25 Minuten lang dominierten die Gäste aus Spenge das Spiel, führte zwischenzeitlich mit sieben Toren, ehe der TuS kurz vor der Pause noch auf 14:19 stellte. Was die Mannschaft dann in der zweiten Halbzeit zeigte, führte zu wahren Begeisterungsstürmen auf den Tribünen. 32:24 siegten die Rot-Blauen unter dem frenetischen Applaus der Anhänger und wahrten so die kleine Chance auf den Aufstieg in die zweite Bundesliga.
Den besseren Start ins Spiel hatten die Gäste, die mit 2.0 in Führung gingen, ehe der TuS Vinnhorst nach fünf Minuten sein erstes Tor erzielte. Dabei sah Gäste Top-Scorer Oliver Tesch bereits nach zwei Minuten die Rote Karte für ein hartes Foul an TuS-Kapitän Maurice Lungela. In der Folge aber ließ Spenge einfach nicht nach, während Vinnhorst zu viele technische Fehler produzierte, die die Gäste immer wieder zum Kontern einluden. Die Deckung des TuS fand nicht die nötige Aggressivität und so setzten sich die Gäste zwischenzeitlich mit einem Drei-Tore-Lauf auf 16.9 ab. Vor allem Kreisläufer Gordon Gräfe mit seinen 2,06 Meter und 116 Kilogramm wurde immer wieder von seinen Mitspielern gefunden und machte den Rot-Blauen das Leben schwer. Kurz vor der Pause ließen bei den Gästen vielleicht etwas die Kräfte nach, jedenfalls konnte der TuS das Ergebnis zum Ende hin mit 14:19 noch etwas freundlicher gestalten.
Was Trainer Davor Dominicovic der Mannschaft in der Kabine gesagt hatte, wollte er partout nicht preisgeben, aber es muss gefruchtet haben. So wollte man sich vor den eigenen Fans, die ihr Team trotz des Rückstandes frenetisch nach vorne peitschten, nicht geschlagen geben. Was dann folgte, sieht man wahrlich nicht alle Tage. Der TuS spielte und verteidigte sich in einen wahren Rausch. Stefan Hanemann im Tor vernagelte seinen Kasten und kam auf etwa 70 Prozent gehaltener Bälle. 19 Minuten erzielten die Gäste kein Tor. Aber der Reihe nach. Ganze drei Minuten brauchten die Rot-Blauen um auf 19.17 aus ihrer Sicht zu stellen. Die Halle stand da schon Kopf. Spenge zeigte sich beeindruckt und leistete sich die Fehler, die im ersten Durchgang noch Vinnhorst machte. Zudem wurde das Spiel hitziger. In der 37. Minute erhöhte Spenge dann nochmal auf 21:19, ehe der TuS endgültig hinten dichtmachte. Was die Jungs um Abwehrchef Yannik Müßner und den vorgezogenen Maurice Dräger, da ablieferten, war absolute Spitzenklasse. Erst in Minute 56 trafen die Spenger erneut, da war die Partie beim 27:22 aber schon gekippt. Vorne war der TuS jetzt auch viel sicherer und effektiver. Dräger und Lungela auf den Halbpositionen sowie Falk Kolodziej und Tolga Durmaz auf Kreis und Mitte fanden immer wieder Lösungen und freie Würfe. Am Ende gewann der TuS mit 32:24.
Der TuS wahrt mit diesem Ergebnis weiterhin die letzte Chance auf den Aufstieg. Zwar hat der TuS es immer noch nicht in der eigenen Hand, aber die Voraussetzungen sind nach diesem Wochenende nochmal etwas besser geworden. Auch weil Wilhelmshaven deutlich gegen Hildesheim verloren hat. Rechnerisch sieht es am letzten Spieltag so aus: Der TuS muss sein letztes Spiel gegen Hildesheim um jeden Preis gewinnen. Sollte Spenge dann in Wilhelmshaven unentschieden spielen oder gewinnen, ist der TuS im Aufstiegs-Finale. Gewinnt hingegen Wilhelmshaven ist der WHV weiter. Gewinnt Spenge und Vinnhorst verliert oder spielt unentschieden ist Spenge weiter. Das Spiel in Wilhelmshaven ist findet bereits am Samstag statt, während die Vinnhorster erst am Sonntag auf Hildesheim treffen. Man weiß also bei Anpfiff Bescheid, ob noch etwas geht, oder nicht. In jedem Fall wird es wieder ein stimmungsvolles Handballfest im Sportzentrum Vinnhorst. Entweder, weil es der Saisonabschluss ist, oder weil es noch um Alles geht. Anwurf ist am Sonntag um 17 Uhr. Tickets gibt es auf www.tusvinnhorst.de