Erkennen, wo die Stärken liegen

Tauschten sich intensiv miteinander aus (von links): Monika Gotzes-Karrasch, Langenhagens 1. Stadträtin ; Annemarie Henning, betriebswirtschaftliche Leitung der Kitas des Kirchenkreises; Landessuperintendentin Dr. Ingrid Spieckermann; Christiane Concilio, 1. Stadträtin Burgwedel; Superintendent Holger Grünjes; Sabine Müller, 2. stv. Bürgermeisterin Isernhagen; Heide-Gret Koch, Kirchengemeinde Brelingen; Konstanze Beckedorf, 1. Gemeinderätin Wedemark. Foto: A. Hesse

Landessuperintendentin Ingrid Spieckermann bei Visitation beeindruckt von breitem Spektrum

Langenhagen/Wedemark (ok). Visitation heißt Besuch, und ein Besuch ist meistens etwas Positives. Und auch Landessuperintendentin Ingrid Spieckermann – Chefin des Sprengels Hannover, zu dem auch der Kirchenkreis Burgwedel-Langenhagen gehört – war positiv beeindruckt bei ihrer Visitation des Kirchenkreises und der Elisabethgemeinde. Die Kichengemeinde in Langenhagen, die auch etwa ein Zehntel der Arbeitskraft des Superintendenten Holger Grünjes in Anspruch nimmt. Für Grünjes, seit eineinhalb Jahren in Langenhagen im Amt, genau der richtige Zeitpunkt, um eine erste Bilanz zu ziehen. Seine Vorgesetzte Ingrid Spieckermann beeindruckte vor allen Dingen die Vielseitigkeit und das breite Spektrum an Angebotein innerhalb des Kirchenkreises mit seinen städtischen, aber auch sehr ländlich geprägten Gemeinden. Das Spektrum ist auch in der Elisabethgemeinde sehr groß. gerade, was die Musik angeht: Von klassischen Klängen bis Gospel ist für jeden etwas dabei. Und die Kita sei mit ihrem Krippenbereich nahezu ein Glanzstück. Was Ingrid Spieckermann ebenfalls beeindruckt hat, war der Besuch der Moschee: "Es ist wichtig, nicht nur auf andere Christen, sondern auch auf andere Religionen zuzugehen." Ein Thema, was alle gesellschaftlichen Gruppen in der Zukunft beschäftigen werde, seien die Flüchtlinge. Die Frage, die sich auch im Kirchenkreis gestellt werden müsse, laute deshalb: "Wie gehen wir damit um, wenn immer mehr Menschen zu uns kommen?" Nicht jede gesellschaftliche Gruppe solle allerdings helfen, dafür würden runde Tische ins Leben gerufen. Angetan war Spiekermann auch von Initiativen wie etwa "Satt & Schlau" oder aber "Emma & Paul" in Langenhagen. "Wir müssen immer mehr Familienzentren zwischen Kirche und Kommune ansiedeln", so die Auffassung der ranghöchsten Vertreterin des Sprengels, die die Kirche auch als eine Art Schnittstelle ansieht.
Eine Aufgabe für die Zukunft sieht sie zum Beispiel beim gemeinsamen Agieren der Kirchengemeinden innerhalb einer Region, das laufe bei der Konfirmandenarbeit zwischen der Matthias-Claudius-Gemeinde, der Elisabethgemeinde und der St. Paulus-Gemeinde schon sehr gut. Ingrid Spieckermann: "Die einzelnen Gemeinden müssen über ihren Tellerrand schauen und ihre Kräfte bündeln, um den Herausforderungen gerecht zu werden." In Zeiten von Personalknappheit gebe es zwar oft weniger Hauptamtliche, sodass mehr Ehrenamtliche in die Bresche springen müssten. Wenn auch nur auf Zeit. Denn: Ein lebenslanges Engagement für eine bestimmte Sache werde es wohl nur noch selten geben. Probleme dominierten auf keinen Fall die Arbeit in der Elisabethgemeinde und Im Kirchenkreis, aber alle müssten trotzdem erkennen, wo ihre Stärken lägen. Das sei ein Kulturwechsel und Lernprozess. Aber nur so könnten Synergieeffekte geschaffen werden. Stärken gemeinsam zu nutzen sei der richtige Weg zur Kirche von morgen.