Gründung auf einem Bierdeckel skizziert

Prominente Jubiläumsgäste im Gespräch: Hauke Jagau (von links), Regionspräsident, Holger Sindemann, Geschäftsführer MTU Maintenance Hannover, Stephan Weil, Ministerpräsident Niedersachsen und Reiner Winkler, Vorstandsvorsitzender MTU Aero Engines AG. (Foto: D. Lange)

40 Jahre MTU Maintenance in Langenhagen

Langenhagen (dl). Kurios. Selbst wenn die Geschichte, die Holger Sindemann anlässlich der Feier zum 40jährigen Jubiläum der MTU in Hannover erzählte, nicht wahr wäre, so müsste man sie glatt erfinden. Da Sindemann aber Geschäftsführer der MTU Maintenance Hannover ist, sind Zweifel am Wahrheitsgehalt der Story nicht angebracht. Die Geschichte geht etwa so: Die MTU Maintenance Hannover verdankt ihre Existenz vier Herren, die sich eines Abends, es war der 10.November 1979, zu einem Gespräch in einer Langenhagener Kneipe trafen und den Beschluss fassten, in die zivile Triebwerkswartung einzusteigen. Das weitere Vorgehen wurde sogleich, der Örtlichkeit entsprechend, in groben Zügen auf einem Bierdeckel skizziert. Praktischerweise soll bei der illustren Kneipenrunde auch ein Mitglied der Stadtverwaltung dabei gewesen sein, was der Entscheidungsfindung bezüglich des Standorts für den neuen Unternehmenszweig durchaus förderlich gewesen sein mag. Die drei anderen Herren waren führende Köpfe der MTU München, heute MTU Aero Engines AG. Sie trafen eine aus heutiger Sicht weitreichende Entscheidung, denn in den 70er Jahren verzeichnete die zivile Luftfahrt rasante Zuwächse und damit einhergehend stieg auch die Nachfrage nach Instandhaltungs-Services für zivile Triebwerke. „Damals haben wir die strategische Entscheidung getroffen, in das zivile Instandhaltungsgeschäft einzusteigen“, bestätigte Reiner Winkler, Vorstandsvorsitzender der MTU Aero Engines AG im Rahmen der Jubiläumsfeier. Als Spezialist für die Triebwerke von Tornado & Co hatte die MTU seinerzeit lediglich Erfahrung im militärischen Sektor. Immerhin, denn die wenigsten Airlines hatten das notwendige Know-How und die entsprechende Ausrüstung für ihre Triebwerkswartung. Man rechnete sich aus, dass ein Maintenance-Standort in Westeuropa 67 Airlines mit rund 1.250 Triebwerken erreichen könnte. Die Wahl fiel schließlich auf den Standort Langenhagen, wobei die Nähe zum Flughafen für die MTU nur eine erstaunlich geringe Bedeutung hat, denn die zur Wartung angelieferten Triebwerke kommen ausschließlich per LKW. „Dennoch sind wir auch am Flughafen aktiv, um bei Triebwerksproblemen zu helfen, die wir am Flügel vor Ort lösen können“, berichtet MTU-Chef Sindemann. Des einen Freud, des anderen Leid: Während Ministerpräsident Stephan Weil bedauernd fragt, warum dieses tolle Unternehmen nicht in Hannover sitzt, ist Langenhagens Bürgermeister Mirko Heuer sicher ganz froh darüber. Denn, so Weil, ein Ende der MTU-Erfolgsstory sei nicht absehbar, ebenso wenig ein Ende der Luftfahrt. Das bestätigt auch der Vorstandsvorsitzende Reiner Winkler, der die Bedeutung des MTU-Maintenance Geschäftszweigs würdigt. „Seit langem arbeitet die MTU an einer effektiven Reduktion der Emissionen im Bereich Lärm, Treibstoffverbrauch und Co². Wir stellen uns den Herausforderungen hinsichtlich elektrischer Antriebe und synthetischer Kraftstoffe. Die Nachfrage nach Mobilität wächst ständig“. Als äußeres Zeichen mag dafür die derzeitige Bautätigkeit bei der MTU an der Münchner Straße gelten. Die bestehende Fläche von 35 000 m² plus Logistikzentrum und zwei Prüfständen wird bis zum Jahr 2020 um weitere 22 000 m² erweitert.

BU: Nr. 6941 Prominente Jubiläumsgäste
v. li. Hauke Jagau. Regionspräsident, Holger Sindemann, Geschäftsführer MTU Maintenance Hannover, Stephan Weil, Ministerpräsident Niedersachsen und Reiner Winkler, Vorstandsvorsitzender MTU Aero Engines AG
Nr. 6947 Illustre Gesprächsrunde