Hannover United trotzt Bulls zwei Viertel ab

United-Topscorer Joe Bestwick war mit 19 Punkten bester Werfer. Er musste nach seinem fünften Foul sieben Minuten vor Schluss vom Feld. (Foto: Lobback)

52:73 beim besten Team Europas / United kommt nach schwachem Start gut ins Spiel

Hannover/Elxleben. Was darf man von diesem Spiel halten? Hannover United hat am zweiten Spieltag in der ersten Rollstuhlbasketball-Bundesliga bei den Thuringia Bulls 52:73 verloren. Dass die Bulls in der RBBL1 derzeit das Maß aller Dinge sind, ist hinlänglich bekannt. In der vergangenen Saison verlor das Team nicht eine Partie, holte neben der Meisterschaft den Pokal und die Champions League – ebenfalls unbesiegt. Und nun rollt United in Elxleben mit zwei gewonnenen Vierteln und nur 21 Punkten Rückstand vom Feld.
Dennoch war Spielertrainer Martin Kluck unentschieden in seiner Bewertung. „Eigentlich haben wir ein gutes Spiel gemacht, aber es war eindeutig mehr drin“, sagt Kluck. „Gerade am Anfang hatten wir große Schwierigkeiten mit dem Druck, der Hektik und der Geschwindigkeit des Gegners.“ Dementsprechend deutlich war der Rückstand (9:23) nach dem ersten Viertel. In der Folge fing sich das Team von Coach Kluck und entschied die beiden mittleren Spielabschnitte (15:14, 18:16) für sich.
Nichts Neues in Elxleben. Schon im Vorjahr hatte United mit einer gewonnenen Halbzeit beim Liga-Primus ein Alleinstellungsmerkmal. „Es spricht für die Mannschaft, dass wir das zweite und dritte Viertel gewonnen haben. Wir haben gute Chancen kreiert, deutlich solider in der Verteidigung gestanden und die Bulls zu Würfen gezwungen, die sie nicht nehmen wollten“, sagt Kluck. Aber: 22 Ballverluste und 28 Fastbreak-Punkte für den „Triple“-Sieger waren ihm dann doch zu viel. „Da dürfen wir auch gegen die beste Mannschaft Europas nicht so zögerlich agieren.“
Am Sonntag ist United um 15 Uhr zu Gast bei den BG Baskets Hamburg – das dritte Top-Drei-Team des letzten Jahres im dritten Saisonspiel. Kluck sieht gute Chancen, die ersten beiden Zähler einzufahren. „Hamburg wird nicht den Druck erzeugen, den die Thuringia Bulls oder der RSV Lahn-Dill erzeugt haben. Wenn wir unsere guten Leistungen aus den ersten beiden Partien abrufen ist ein Sieg in Hamburg drin."
Thuringia Bulls: Jens Eike Albrecht (13 Punkte), Aliaksandr Halouski, Matt Scott, Vahid Gholamazad (je 11), Andre Bienek, Jacob Williams (je 10), Karlis Podnieks (5), Teemu Partanen (2).
Hannover United: Joe Bestwick (19 Punkte), Jan Sadler (15), Christoph Lübrecht (7), Mariska Beijer (5), Oliver Jantz (4), Jan Haller (2), Tobias Hell, Vanessa Erskine.