Impfstoffe wirken auch gegen Mutationen

BZgA-Expertenteam beantwortet Fragen zur Corona-Schutzimpfung

Langenhagen/Wedemark. Viele Leser nutzten während unserer Telefonaktion die Möglichkeit, sich beim Expertenteam der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) wissenschaftlich fundierten Rat zur Corona-Schutzimpfung zu holen. Hier eine Zusammenfassung der häufigsten Fragen und Antworten:

Werden Nebenwirkungen der Impfstoffe auch unabhängig von den Herstellern erfasst?
Ja. In Deutschland erfasst und bewertet das Paul-Ehrlich-Institut (PEI) alle Verdachtsfälle von Nebenwirkungen und Impfkomplikationen – unabhängig davon, wer gemeldet hat. Das Institut veröffentlicht regelmäßig unter www.pei.de/DE/newsroom/dossier/coronavirus/arzneimittelsicherheit einen Bericht über alle in Deutschland gemeldeten Verdachtsfälle von Nebenwirkungen oder Impfkomplikationen im zeitlichen Zusammenhang mit der Corona-Schutzimpfung.

Wie gut schützt AstraZeneca?
Der Impfstoff von AstraZeneca ist hochwirksam. Nach derzeitigem Kenntnisstand hat bei dem empfohlenen Impfabstand von 12 Wochen eine Wirksamkeit von bis zu 80 Prozent. Er verhindert in der Mehrzahl der Fälle eine COVID-19-Erkrankung oder mildert bei Erkrankungen die Symptome. Keiner der zweimal geimpften Studienteilnehmer musste nach einer AstraZeneca-Impfung wegen einer Corona-Infektion im Krankenhaus behandelt werden.

Wenn ein Impfstoff 80 Prozent Wirksamkeit hat, bedeutet das, dass 20 Prozent der Geimpften erkranken?
Nein, es ist so: Vergleicht man die Gruppe der Geimpften und die der Nicht-Geimpften miteinander, so ist die Wahrscheinlichkeit zu erkranken, bei den Geimpften um 80 Prozent geringer.

Auf welche Reaktionen sollte man sich kurz nach der Impfung mit AstraZeneca einstellen?
Kurzzeitige grippeähnliche Symptome wie Gelenk-, Muskel- und Kopfschmerzen sind relativ häufige Reaktionen - wie bei anderen Impfstoffen auch. Kommt es aber vier bis 16 Tage nach der Impfung zu Kurzatmigkeit, Unterleibs- oder Brustschmerzen oder zu Schwellungen in Armen oder Beinen, sollte sofort ein Arzt aufgesucht werden. Das gilt auch bei starken oder anhaltenden Kopfschmerzen, bei punktförmigen Hautblutungen oder bei Blutergüssen außerhalb der Impfstelle.

Kann bei Impfschäden das Pharmaunternehmen haftbar gemacht werden?
Das kommt auf den speziellen Fall an. Für Impfschäden gelten die Regelungen des sozialen Entschädigungsrechts laut Bundesversorgungsgesetz. Das bedeutet: Wer durch eine öffentlich empfohlene Schutzimpfung einen Impfschaden erlitten hat, erhält eine Versorgung vom Land. Weitere Haftungsregeln können sich ergeben aus dem Arzneimittelrecht, dem Produkthaftungsgesetz sowie den allgemeinen Haftungsregelungen des Bürgerlichen Gesetzbuchs.

Wirken die Impfstoffe auch noch, wenn das Virus weiter mutiert?
Dieser Frage wird kontinuierlich nachgegangen. Nach aktuellem Stand der Wissenschaft ist davon auszugehen, dass die bisher vorherrschenden Virusvarianten keine Auswirkungen auf die Wirksamkeit der Impfstoffe haben. Boten-RNA-Impfstoffe bieten insbesondere den Vorteil, dass sie schnell an Mutationen angepasst werden können.

Muss ich für die Impfung Urlaub nehmen?
Das müssen Sie rechtzeitig mit Ihrem Arbeitgeber besprechen. Denn die CoronaSchutzimpfung ist freiwillig. Arbeitsrechtlich gibt es keine Verpflichtung, die Zeiten für das Impfen als Arbeitszeit anzuerkennen. Ob Sie sich während der Arbeitszeit impfen lassen können, müssen Sie also individuell klären.

Reicht eine Impfung, wenn man schon Corona hatte, damit man künftig geschützt ist? Kann dazu jeder Impfstoff benutzt werden?
Es sollte eine einmalige Impfung frühestens sechs Monate nach Genesung erfolgen. Aufgrund der bestehenden Immunität nach durchgemachter Infektion kommt es durch die einmalige Impfung zu einer sehr guten Immunantwort. Für die Impfung von Genesenen können alle zugelassenen Impfstoffe verwendet werden.


Informationen der BZgA zum Corona-Virus und zur Corona-Schutzimpfung unter www.infektionsschutz.de/coronavirus
Bundesweite Servicenummer: 116 117
Beratungstelefon der BZgA unter der kostenlosen Rufnummer (0800) 2 32 27 83