Influenza

Region Hannover stellt sechsten Gesundheitsbericht vor / Impfmüdigkeit nimmt zu

Region Hannover. Halsschmerzen, Schnupfen und lähmende Müdigkeit – eine normale Erkältung ist lästig, aber nicht gefährlich. Die Influenza, die sogenannte echt Grippe, jedoch kann besonders für ältere und immunschwächere Menschen lebensbedrohlich sein. Die größte Gefahr dabei sind Komplikationen wie schwere Lungen-, Hirnhaut- oder Herzmuskelentzündungen. Der 6. Gesundheitsbericht der Region Hannover widmet sich der Influenza, informiert übersichtlich über ihre Verbreitung und Entwicklung und erklärt anschaulich, wie und warum man sich vor ihr schützen sollte. „Mit dem Gesundheitsbericht wollen wir allen Menschen in der Region Hannover eine umfassende und gut verständliche Information an die Hand geben und darüber aufklären, was die Krankheit ausmacht“, sagte Cora Hermenau, Dezernentin für Öffentliche Gesundheit, Sicherheit, IT und EU-Angelegenheiten der Region Hannover, bei der Vorstellung des Berichts am Dienstag (22.10.). „Nur, wer mehr über Influenza weiß, kann sich besser schützen und damit das Risiko verringern, sich und andere mit dem Erreger zu infizieren.“
Laut Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) erkranken jedes Jahr etwa 10 bis 20 Prozent der Weltbevölkerung. Ein Grund dafür ist, dass sich die Influenzaviren ständig verändern und somit neue Varianten entstehen, auf die das Immunsystem nicht vorbereitet ist. Durch diese sogenannten Virenmutationen entstehen auch immer wieder Grippepandemien, wie zuletzt im Jahr 2009. Laut WHO gehört die Gefahr einer Grippepandemie aktuell zu den zehn großen Gesundheitsgefahren für die Menschheit.
Die Influenza wird durch kleine kugelförmige Viren ausgelöst und verursacht jährlich Grippewellen in Deutschland, die meist von Jahresanfang bis etwa April dauern. Besonders die Grippesaison 2017/2018 setzte unerfreuliche Rekorde: Über 270.000 labortechnisch bestätigte Influenzaerkrankungen zählte das Robert-Koch-Institut in Deutschland, im Jahr zuvor waren es knapp 100.000 Fälle. Da längst nicht bei jedem Erkrankungsfall ein Labornachweis veranlasst wird, liegen die tatsächlichen Zahlen weit höher. In Niedersachsen gab es in der vorletzten Saison 12.700 bestätigte Fälle, während in der Region Hannover rund 2.400 Influenzaerkrankungen gemeldet waren.
In den vergangenen Jahren hat die Impfmüdigkeit der Bevölkerung zugenommen: Die Europäische Union empfiehlt seit 2015 eine Impfquote von 75 Prozent bei Menschen über 60 Jahren – die aktuelle durchschnittliche Impfquote in Deutschland liegt deutlich darunter: So ließ sich in der Saison 2016/2017 nur etwa jede dritte Person in dieser Altersgruppe impfen. Dagegen nutzte in der Saison 2009/2010 beispielsweise noch knapp die Hälfte der über 60-Jährigen die Grippeschutzimpfung. „Influenza ist und bleibt eine ansteckende und gefährliche Krankheit, besonders dann, wenn es zu Komplikationen kommt“, sagte Marlene Graf, stellvertretende Leiterin des Fachbereichs Gesundheit der Region Hannover. „Darum ist es so wichtig, sich impfen zu lassen. Das ist die einzige Möglichkeit, sich und andere zu schützen, denn eine echte Grippe lässt sich nicht nur mit gesunder Ernährung, ausreichend Bewegung oder Saunagängen vermeiden.“ Die Zusammensetzung des Impfstoffes wird jährlich aktualisiert. Einen hundertprozentigen Schutz vor Ansteckung bietet zwar auch der für alle übernommene Vierfachimpfstoff nicht. „Trotzdem ist eine Impfung sinnvoll, denn wenn Geimpfte erkranken, verläuft die Grippe meist milder. Je mehr Menschen gegen Grippe geimpft sind, umso schlechter können sich die Grippeviren ausbreiten“, so Graf.
Der sechste Gesundheitsbericht „Influenza“ des Fachbereichs Gesundheit steht auf www.hannover.de zum Download zur Verfügung. Interessierte können auch bei Silke Gerdes, Fachbereich Gesundheit, ein gedrucktes Exemplar anfordern. Kontakt: silke.gerdes@region-hannover.de, Telefon: (0511) 616-22841.
Fünf Gesundheitsberichte hat der Fachbereichs Gesundheit bereits veröffentlicht: „Perspektiven der ambulanten medizinischen Versorgung in den Kommunen der Region Hannover (2011), Perspektiven der ambulanten psychotherapeutischen Versorgung“ (2013), „Tuberkulose in der Region Hannover“ (2014), „Noroviren kompakt“ (2015) und „Legionellen“ (2015).