Inklusive Bildung und Digitalisierung neu denken

Behinderten-Sportverband Niedersachsen tritt „Pakt für Inklusion 2021“ bei

Hannover. Der Behinderten-Sportverband Niedersachsen (BSN) hat sich als einer der Mitunterzeichner den Zielsetzungen des „Pakts für Inklusion 2021“ angeschlossen. „Die Anforderungen, die sich aus den gesellschaftlichen Aufgaben ,Inklusive Bildung und Digitalisierung‘ ergeben, sind auch für die Menschen von erheblicher Bedeutung, denen sich der BSN auf Grundlage seiner Satzung verpflichtet fühlt und für die er sich einsetzt“, so BSN-Präsident Karl Finke. „Ein
breites Bündnis erhöht die Möglichkeiten, die notwendigen Rahmenbedingungen für eine echte Partizipation zu schaffen und den Prozess zu fördern.“
„Der ,Pakt für Inklusion 2021‘ steht als Memorandum für die ausdrückliche
Weiterentwicklung der inklusiven Bildung in der Bundesrepublik Deutschland
– auch im Rahmen der Bemühungen um die Weiterführung der Digitalisierung“, erläutert der für die Bildung zuständige Vizepräsident Dr. Peter Wachtel die Motivation des BSN, sich dem Unterstützerkreis des Pakts anzuschließen. Einerseits versteht sich der Verband – gesellschaftspolitisch breit aufgestellt und vielfältig vernetzt – auch über seine Kernaufgabe Sport hinaus als
Inklusionstreiber. Weiterhin stellt er mit jährlich etwa 120 Lehrgängen in der
Aus-, Fort- und Weiterbildung von Übungsleiter*innen im Behindertensport
auch als Bildungseinrichtung eine Institution dar, die sich inklusiven Inhalten
widmet. „Nicht zuletzt mit einer Cloud-Version seines 1.700-Seiten-Handbuchs zum Rehabilitationssport hat der BSN schon Digitalisierung verwirklicht,
als diese vielfach noch ein Fremdwort war“, betont BSN-Vizepräsidentin Dr.
Vera Jaron, die sich darüber hinaus intensiv für digitale Bildungsangebote im
Behindertensport eingesetzt, um auch Menschen mit Behinderungen den Zugang zur Übungsleiter*innenausbildung zu erleichtern.
Die am „Pakt für Inklusion 2021“ beteiligten Verbände nehmen wahr, dass
Menschen mit Behinderungen und Benachteiligungen immer noch auf massive Barrieren bei der Teilhabe an Bildung treffen und der pädagogisch bewusste Umgang mit sprachlicher und kultureller Heterogenität, Fluchterfahrungen sowie weiteren Diversitätslinien im System Schule nicht annähernd
den Erfordernissen genügt. Und sie befürchten, dass die aktuellen Weichenstellungen für eine rasche und nachhaltige Partizipation schulischer Bildung
den
Aspekten Bildungsgerechtigkeit, Barrierefreiheit und Diversität unzureichend
Rechnung tragen und neue Barrieren erzeugen. „Wir fordern zudem mit den
anderen Beteiligten, dass alle jungen Menschen Zugang zu hochwertiger inklusiver
Bildung sowie zu allen digitalen Bildungsangeboten erhalten und die notwendigen Ressourcen dafür sichergestellt werden“, betont  Peter Wachte