Johanniter nähen Behelfsmasken

Die Ehrenamtlichen legen viel Kreativität an den Tag.

Die Ehrenamtlichen starten Nähwerkstatt in der Kleiderkammer

Langenhagen/Wedemark. Die Nähmaschinen rattern leise, die Scheren gleiten sanft durch den Stoff. Schnitt um Schnitt, Naht um Naht entsteht hier ein wertvolles Gut: Behelfsmasken aus Stoff. Spätestens seit der bundesweit geltenden Mundschutzpflicht im öffentlichen Nahverkehr und beim Einkaufen ist die Nachfrage nach Masken zum Schutz vor dem Corona-Virus hoch. Auch die Johanniter aus Langenhagen vom Nordhannoverschen Ortsverband sind in die Produktion der Behelfsmasken eingestiegen. Stundenweise nähen die Ehrenamtlichen um Kleiderkammer-Koordinatorin Jennifer Rihm den Schutz.
„Eigentlich sortieren wir hier in der ‚Nahtstelle‘ Kleider- und Sachspenden und geben sie an Bedürftige weiter“, erklärt Jennifer Rihm. Doch wegen der Corona-Pandemie ist die Kleiderkammer bis auf Weiteres geschlossen. Die Freiwilligen wollen dennoch etwas tun und haben jetzt die schon länger geplante Nähwerkstatt in Betrieb genommen. Aktuell beschränken sich die Frauen auf das Nähen der Behelfsmasken für den guten Zweck. Später sollen gespendete Textilien ausgebessert werden, wo dies möglich ist, oder andere kleine Dinge genäht werden. Aber das ist Zukunftsmusik. Zurzeit liegt der Blick vor allem auf der Sicherheit der ehrenamtlichen Helfer: Die Abstandsregeln werden streng eingehalten, die Nähzeit ist begrenzt. Außerdem ist Handdesinfektion vorhanden.
Stoffe und Nähmaterialien bekamen die Helfer von Bürgern gespendet, teilweise haben die Frauen auch eigene Materialien eingesetzt und vernäht. Die Masken werden zunächst der eigenen Belegschaft zu Gute kommen. So werden im Rettungsdienst zwar weiterhin Einweg-Schutzmasken eingesetzt, aber die Mitarbeiter aus der Verwaltung oder auch die Notfallsanitäter-Azubis, die bald wieder in die Schule gehen, können zum Schutz aller die Stoffmasken gut gebrauchen. Später sollen die genähten Stücke auch Pflegeheimen oder Arztpraxen zur Verfügung gestellt werden. Dienststellenleiter Tim Heinrich begrüßt dieses Engagement: „Wir sind dankbar, dass die Ehrenamtlichen ihre Zeit damit verbringen, für andere zu sorgen und die Ausbreitung des Corona-Virus mit diesen Masken zu verlangsamen.“
Wer die Ehrenamtlichen unterstützen möchte, kann Gummiband spenden, das wird derzeit benötigt. Auch wer noch gut erhaltenes Spielzeug übrig hat, kann dies abgeben. Denn immer öfter ereilt Jennifer Rihm aus den Flüchtlingswohnheimen der Johanniter der Ruf nach Spielzeug. Gerade in der aktuellen Zeit, in der die Menschen sich mit ihren Kindern vor allem in den Wohnungen beschäftigen müssen, wird dringend eine Abwechslung benötigt.
In der aktuellen Situation sind die Johanniter auf finanzielle Unterstützung angewiesen - insbesondere zur Sicherstellung der zahlreichen ehrenamtlichen Leistungen. Viele ehrenamtliche Helfer sind für die Menschen im Einsatz – freiwillig und unentgeltlich. Beispielsweise im Bevölkerungs- und Katastrophenschutz. Insbesondere für spezielle Ausstattung und Ausrüstung, wie Schutzbekleidung wird finanzielle Hilfe benötigt. Unterstützen Sie die Johanniter und nutzen Sie bitte dazu folgende Kontoverbindung:

Johanniter-Unfall-Hilfe e.V.
IBAN: DE78 3702 0500 0004 3123 18
BIC: BFSWDE33XXX

Über die Internetseite www.johanniter.de/coronaspende-nb besteht die Möglichkeit auch direkt online zu spenden.