Kein Euro extra für den Schulsport

Lehrer schlagen Alarm: Rückstände in Sachen Motorik und Schwimmfähigkeit

Langenhagen/Wedemark (ok). Eine Milliarde Euro machen Bund und Länder in einem Förderprogramm locker, um pandemiebedingte Lern- und Kompetenzrückstände zu kompensieren. Allerdings nur für die so genannten Kernfächer, und das zählt der Sportunterricht nicht dazu. Für die Kommission Sport der Kultusministerkonferenz (KMK) unbegreiflich, dass kein Euro für das Aufholen der Rückstände in der Schwimmausbildung sowie im motorischen Bereich übrig sei. Für Daniel Möllenbeck, Präsident des Landesverbandes Niedersachsen im Deutschen Sportlehrerverband, verdeutlicht die starken Einbrüche in der Nichtschwimmer-Ausbildung. Möllenbeck, zugleich Lehrer an der IGS Langenhagen: "Wegen der Bäderschließungen hat in den vergangenen beiden Jahren kaum Schwimmunterreicht stattgefunden." Dabei stelle Schwimmen eine lebenswichtige Kulturtechnik dar, denn wer sich im Wasser nicht fortbewegen könne, könne ertrinken.  Der Deutsche Sportlehrerverband Niedersachsen stellt fest: Viele Kinder und Jugendliche in Niedersachsen hätten sich seit mehr als einem Jahr kaum bewegt, keinen Schulsport, keinen Sportunterricht und keinen Vereinssport betrieben. Deutlich mehr junge Menschen benötigten psychologische Betreuung1. Viele Kinder hätten sich motorisch zurückentwickelt, hätten zugenommen, die Gefahr von Krankheiten wie Diabetes steigt. Schon vor der Corona-Pandemie hätten mehr als 15 Prozent der Kinder unter Übergewicht gelitten. Um die motorischen Fähigkeiten wieder zu stärken, fordern die Sportlehrer eine dritte Sportstunde pro Woche im Unterricht. Niedersachsen hinke bei dieser Entwicklung bislang hoffnungslos hinterher.