Keine Ausgrenzung bei der Langenhagener Tafel

Ohne Kühlfahrzeug geht es bei der Langenhagener Tafel nicht: Wolfgang Decker (von links), Hans-Joachim Schwarz, Jutta Holtmann, Ursel Cieslik, Frauke Brüning und Sponsor Arne Rodewald. (Foto: O. Krebs)

Vorsitzende Jutta Holtmann sieht Politik auf der Suche nach Lösungen in der Pflicht

Langenhagen (ok). Die Ausgrenzung bestimmter Bevölkerungsgruppen von der Ausgabe wie bei der Essener Tafel – für die Langenhagener Tafel-Vorsitzende Jutta Holtmann ist das ein absolutes No Go. „Auch bei uns gibt es von Zeit zu Zeit Aufnahmestopps, wenn die Ausgabestellen den Andrang nicht bewältigen können. Aber das betrifft dann alle, unabhängig von Nationalität und Pass und bedeutet nur, dass Neukunden erst einmal auf die Warteliste kommen“, sagt Jutta Holtmann. Wobei sie natürlich einräumt, dass die Strukturen in Essen andere als im etwa zehnmal so kleinen Langenhagen sind. Schwierigkeiten gebe es immer mal, aber beileibe nicht generell und nur mit ausländischen Mitbürgern. Dann müsse eben vermittelt werden, welches Verhalten die Tafel-Mitarbeiter erwarteten. Ausgabemarken würden bei der Langenhagener Tafel nicht benötigt, da Tüten gepackt und zu den Ausgabestellen in Langenhagen und der Wedemark gebracht würden. Jutta Holtmann: „Es gibt dann keinen Grund für Drängelei, der erste bekommt nicht bessere Lebensmittel als der letzte.“ Sie kann durchaus verstehen, dass sich Freiwillige und Ehrenamtliche manchmal überfordert und hilflos fühlen wegen des Zustroms von Bedürftigen. Aber aus ihrer Sicht gibt es verschiedene Möglichkeiten, das Problem zu lösen: Ausgabemarken wie in Bremerhaven, unterschiedliche Farben bei Ausweisen und Berechtigungskarten, an bestimmten Tagen nur bestimmte Kundenkreise beliefern oder auch umschichtiges Arbeiten zu unterschiedlichen Tageszeiten. Und werden die sozialen Probleme in unserem Land in Richtung der Tafeln verschoben? Auch hier hat Jutta Holtmann eine klare Meinung: „Die Politik sollte sich hier intensiv um Lösungen bemühen. Aber trotzdem bin ich der Meinung, dass weder die sozialen Probleme noch die Versäumnisse der Politik als Grund für die Ausgrenzung bestimmter Bevölkerungsgruppen wie in Essen herhalten dürfen.“
Übrigens: Die Langenhagener Tafel engagiert sich auch noch auf anderen Feldern sozial,  hat jetzt insgesamt 200 Gratiskarten für den Circus Belly verschenkt.