Lukrativer Auftrag für MTU Maintenance

Mechaniker Dietrich Kage beim Ablassen aller Betriebsflüssigkeiten vor Beginn der Wartungsarbeiten.Foto: D. Lange

Exklusivverträge mit drei Airlines im Wert von rund 550 Millionen Dollar

Langenhagen (dl) Die MTU Maintenance Hannover ist nach eigenen Angaben weltweit einer der größten unabhängigen Instandhalter ziviler Triebwerke und damit das Herzstück der MTU-Gruppe, die ihren Hauptsitz in München hat. Jetzt konnte die MTU Maintenance Hannover die Air New Zealand, Southern Air und V Australia als Neukunden für die Wartung ihrer neuen GE 90-, 110- und 115b-Triebwerke gewinnen. Diese Triebwerke von General Electric sind die schubstärksten der Welt und treiben die Boeing-777-Maschinen der drei Fluggesellschaften an. Sowohl die Air New Zealand als auch die amerikanische Frachtfluggesellschaft Southern Air sind bereits langjährige Kunden der MTU, die mit diesem Großauftrag „den Einstieg in einen wichtigen Zukunftsmarkt geschafft hat und damit auch einen wichtigen Beitrag zur Auslastung des Standorts Hannover leistet“, so Stefan Weingärtner vom Vorstand "Zivile Instandhaltung". MTU steht auf dem Gebiet der Instandhaltung im Wettbewerb mit der Lufthansa und der KLM/Air France, die beide ihre Triebwerke selbst warten sowie mit den Herstellern der Triebwerke, die einen eigenen Wartungsservice anbieten. Um sich am Markt zu behaupten, kann die MTU allerdings auf eine ganze Reihe von Vorzügen und Serviceleistungen verweisen. Dazu gehören mobile Einsatzteams, die auf einzelne Triebwerkstypen spezialisiert sind und in wenigen Stunden jeden Ort auf der Welt erreichen und vor Ort arbeiten können. Zudem hat die MTU ein Früherkennungssystem entwickelt, das die Triebwerke während des laufenden Betriebs überwacht. Darüber hinaus arbeitet die MTU mit High-Tech-Reparaturverfahren nach dem Grundsatz „Reparieren statt ersetzen“ – das spare Geld und erhöhe die Wirtschaftlichkeit. Die Wartungsarbeiten laufen zudem penibel nach den Vorschriften der Hersteller und werden lückenlos dokumentiert, um alle Arbeiten zurückverfolgen zu können. Unter anderem über Amsterdam kommen die Triebwerke per Luftfracht und werden von dort mit dem Laster nach Langenhagen transportiert. „Jährlich bekommen wir etwa 500 Triebwerke unterschiedlicher Typen von General Electric, Pratt & Whitney, Rolls Royce und anderen, die bei uns die einzelnen Wartungsprozesse durchlaufen bis zum Abschlusstest auf unseren zwei leistungsstarken Prüfständen, auf denen wir auch die größten Triebwerke wie derzeit die neuen GE 90, 110 und 115b von General Electric testen können“, erläutert Geschäftsführer Martin Funk während des Rundgangs durch die Hallen an der Münchner Straße. „Qualität und Sicherheit stehen bei uns an erster Stelle. Die Triebwerke gehen trotz aller ökonomischen Aspekte erst dann wieder an die Airlines zurück, wenn nach den umfangreichen Prüfstandtests alles hundertprozentig funktioniert und in Ordnung ist." Die neue Testzelle mit den beiden Prüfständen ist so gut gedämmt, dass kein Geräusch nach außen dringt und selbst im Leitstand ist trotz des auf Volllast laufenden Triebwerks wenige Meter weiter nur ein unaufdringliches Rauschen zu hören. Was kein Wunder ist bei eineinhalb Meter starken Mauern. Im Jahr durchlaufen 30 bis 35 Auszubildende, die in der Regel später auch übernommen werden, ihre Ausbildung nicht nur in der Technik, sondern auch in den Büro- und betriebswirtschaftlichen Berufszweigen. Die Ausbildungsplätze bei MTU sind begehrt. Bis zu 600 Bewerber sind es jährlich, die sich um einen der Ausbildungsplätze bewerben. Dazu kommen etwa 100 zweiwöchige Schulpraktika im Jahr.