Marena Heuer nimmt "Grünen Faden" auf

Marena Heuer übernimmt das Amt des Präsidenten von Uwe Haster.

Wechsel an der Spitze des Wirtschaftsklubs für die nördliche Region Hannover

Langenhagen. Ab sofort führt Marena Heuer den Wirtschaftsklub für die nördliche Region Hannover: Die Unternehmerin aus Langenhagen folgt nach dem Votum der Mitglieder auf Uwe Haster, der acht Jahre an der Spitze des Unternehmernetzwerks gestanden hatte. Die neue Präsidentin rückt nach eigenen Angaben zwei Themen in den Fokus ihrer Amtszeit: die weiteren Begegnungen von Firmenchefs – wenn möglich in Präsenz – und den „Grünen Faden“. Dabei geht es um den Austausch von Ideen und praktischen Beispielen der Mitgliedsbetriebe, die Arbeit und die Liegenschaften nachhaltiger als bislang zu gestalten.
„Ich gehe mit einem weinenden Auge“, räumt Haster, Geschäftsführer des gleichnamigen Gebäudereinigungsunternehmens, unumwunden ein. Seit 2013 leitete er den Wirtschaftsklub, und das bis zum Schluss mit großer Leidenschaft. „Aber jetzt ist die richtige Zeit für den Wechsel, denn der ist immer gut für ein Ehrenamt“, sagt er. Während seiner Amtszeit richtete das Netzwerk sich neu aus, verstärkte die Zusammenarbeit mit Firmen in Burgwedel, Isernhagen und der Wedemark. Zunehmend stoßen auch Betriebe aus Garbsen und Hannover dazu – und trotz der Corona-Pandemie liegt die Zahl der Mitglieder konstant bei gut 100.
Neue Impulse setzte Haster mit dem Vorstand und dem Beirat auch bei den monatlichen Businessfrühstücken, die seitdem öfter in Unternehmen stattfinden und mit wechselnden Moderatoren. In Pandemiezeiten wichen die Mitglieder auf Videokonferenzen aus, oder sie spazierten bei Walk-Talks um die Seen in der nördlichen Region. „Wir kennen sie jetzt alle“, sagt Heuer mit einem Schmunzeln und fügt hinzu, dass die Businessfrühstücktreffen jetzt wieder in Präsenz ablaufen – unter Einhaltung der 3-G-Regel für Geimpfte, Genesene oder Getestete.
Für den 7. Oktober steht das Treffen beim Golfclub in Hainhaus an, für den 4. November das große Nachhaltigkeitsfrühstück bei der Firma Holtmann. „Wir verzeichnen schon jetzt eine große Nachfrage von Firmen, die ein solches Treffen ausrichten möchten“, sagt Heuer und fügt hinzu, bereits für 2022 gebe es einen vollen Terminplan. Willkommen bei dem Netzwerktermin seien alle Firmen, die sich einbringen möchten.
Als besonders positives Erlebnis seiner Amtszeit bezeichnet Haster im Rückblick den Ball der Wirtschaft, an dem im Herbst 2019 insgesamt 600 Besucherinnen und Besucher aus zehn Unternehmernetzwerken teilgenommen hatten. Schon jetzt plane der Klub eine Fortsetzung im nächsten Jahr – vorausgesetzt die Pandemie-Auflagen ließen einen Ball zu, sagt Heuer. „Aber natürlich haben wir Lust, weil wir merken, dass den Mitgliedern der persönliche Kontakt wichtig ist“, sagt sie. Gleiches gelte für die Feier zum 25-jährigen Bestehen, die die Unternehmen auf das Frühjahr 2022 verschieben.
Jenseits der gesellschaftlichen Planungen indes bewege der „Grüne Faden“ mit den Themen „Nachhaltigkeit im Unternehmen“ und „Naturnahe Außenanlagen“ die Firmenchefs quer durch alle Branchen, wie die Langenhagenerin sagt. „Wir können uns gut einen Pool an Ideen vorstellen, die wir zusammentragen und anderen Mitgliedern zum Thema Klimaschutz zur Verfügung stellen“, sagt Heuer. Als Beispiel nennt Haster seinen Firmensitz, der derzeit neben einem Teich auch eine Rankwand erhält – als Lebensraum für Insekten. „Es geht nicht immer um eine Komplettlösung, sondern manchmal auch um kleine Schritte“, sagt er. Gleiches gelte für die CO2-Neutralität: „Mitunter ist es einfach gut, schon mal den ökologischen Fußabdruck zu verringern.“
Das Ziel steht nach Aussage von Logiline-Geschäftsführer Olaf Krause fest: Zum 25. Geburtstag des Wirtschaftsklubs wollen sich mindestens 25 Unternehmen auf den Weg der Klimaneutralität begeben. „Zehn Aktive sind schon dabei“, sagt Krause und betont, dass das Projekt „Grüner Faden“ die Firmenchefs schon länger bewege. Den Anstoß dafür habe die Klima-Allianz mit Sitz in Augsburg gegeben – inzwischen könne er sich auch eine regionale Klima-Allianz vorstellen, die sich aus den Ideen der Wirtschaftsklub-Mitglieder speist.
Ganz klar sei: „Ein E-Auto auf dem Hof bedeutet längst keine Klimaneutralität, sondern ist lediglich einer von vielen Bausteinen“, sagt Krause. Die Erfahrung der Teilnehmer zeige, dass am Anfang eine Bestandsaufnahme notwendig sei: Fuhrpark, Lampen, Gebäude, Außenanlagen, Plastikmüll. Wo finden sich Einsparmöglichkeiten? „Uns hat beispielsweise ein Mitarbeiter der Klimaschutzagentur beraten, und das war richtig gut“, sagt er. Auf dessen Expertise fuße nun das Projekt „Grüner Faden“ bei Logiline.
So habe das Unternehmen die alten Monitore und Lampen im Sinne des Klimaschutzes gegen moderne getauscht, das schlage sich auch in geringeren Stromkosten nieder. Eine Wallbox für E-Autos ist geplant, und den Grünschnitt der firmeneigenen Apfelbäume übernehme das Team selbst – die abgeschnittenen Äste dienen als Totholz künftig den Insekten als Lebensraum. Parallel dazu laufe die Prüfung, ob und wie die Fassade begrünt werden könne. „Stück für Stück setzen wir im Unternehmen die Vorschläge der Experten um“, sagt Krause – alles andere sei auch unrealistisch. „Große Konzerne setzen dafür eine Stabsstelle ein, diese Kapazität gibt es in kleinen und mittleren Unternehme gar nicht.“
Umso wichtiger ist aus seiner Sicht der Austausch der Firmen untereinander: „Jeder, der sich auf den Weg gemacht hat, kann seine Erfahrungen gut weitergeben.“
Weitere Informationen zum „Grünen Faden“, zu den Businessfrühstücken und weiteren Veranstaltungen gibt Andrea Brill von der Geschäftsstelle per E-Mail an kontakt@der-wirtschaftsklub.de und unter Telefon (0511) 97829294.