Mit dem Beißer fing alles an

Ein älterer und ein neuerer James-Bond-Film: Requisiten aus "Octopussy" aus dem Jahre 1983 (links) und aus dem bislang letzten Streifen"Spectre" aus dem Jahre 2015. (Foto: O. Krebs)
 
Beeindruckend: Chris Distin unter dem Original-Drachenflieger, mit dem Roger Moore in "Leben und sterben lassen" durch die Lüfte segelte. (Foto: O. Krebs)

Leidenschaftlicher Sammler Chris Distin präsentiert erneut James-Bond-Ausstellung im Stadtmuseum

Burgdorf (ok). Sein Landsmann, der "im Namen Ihrer Majestät" unterwegs ist, hat es im schon seit zwei Jahrzehnten angetan. Der 49-jährige Chris Distin sammelt alles, was mit dem Agenten 007 zusammenhängt. Distin, der aus dem Südwesten von England stammt, kam 1989 mit der britischen Armee nach Deutschland und wohnt seitdem in der Nähe von Hannover. Schon als Kind hat ihn James Bond fasziniert und diese Leidenschaft ließ ihn bis heute nicht los. Alles begann, als er vor mehr als 20 Jahren sein erstes Original-Autogramm von dem in zwei Bond-Filmen auftretenden Darsteller des „Beißers“ Richard Kiel in den Händen hielt. Damit war seine Sammelleidenschaft geboren. Mit Fug und Recht kann er von sich behaupten, weltweit eine der größten James-Bond-Sammlungen zu besitzen. "Das sind alles Original-Requisiten", betont Chris Distin, der neben der britischen seit Kurzem auch die deutsche Staatsbürgerschaft besitzt. Schon vor elf Jahren hat Distin im Burgdorfer Stadtmuseum an der Schmiedestraße alle Fans und Interessierten an seiner Sammelleidenschaft teilhaben lassen. Und in diesen elf Jahren sei eine Menge passiert. Chris Distin: "Die Zahl meiner Exponate hat sich verdoppelt." Waren es 2009 noch 250 Ausstelllungsstücke, die in der oberen Etage gezeigt wurden, sind es diesmal 500 im ganzen Museum. Denn: "Viele meiner Requisiten sind größer geworden." So ist im Stadtmuseum zum Beispiel die "Westminster Bridge" aus Spectre zu sehen, auf die der Helikopter mit dem Bösewicht Blofeld alias Christoph Waltz gestürzt ist. Oder der Original-Drachenflieger aus "Leben und sterben lassen", mit dem schon Bond-Darsteller Roger Moore durch die Lüfte flog.. Und in Distins Ausstellung sind sogar Gegenstände aus dem neuesten Bond-Film "Keine Zeit zu sterben" zu bewundern, der erst noch in die Kinos kommt. So können sich die Besucher auf eine Original-Browning-Pistole, die Bond-Darsteller Daniel Craig in dem Film  benutzt, freuen. Viele Exponate seien so genannte Hero-Props, also Requisiten, die der jeweilige James Bond in den Filmen in der Hand hatte. Und noch etwas Besonderes: Originalkleidung des langjährigen und 2016 verstorbenen Regisseurs Guy Hamilton. Chris Distin. "Das habe wir bekommen, als wir die Familie während unseres Urlaubs auf Mallorca besucht haben." Distin war übrigens schon zweimal in der Fernsehsendung "Kitsch oder Kasse" zu Gast, in der die Kandidaten den Wert der jeweiligen Stücke schätzen und einordnen müssen. Einmal  mit einem Unterhemd des Bond-Girls Camille aus "Quantum Trost", ein zweites Mal mit einer Stuntschlange aus "Casino Royale". Diese  beiden Exponate sind natürlich auch in Burgdorf zu sehen. Alle in der Schau vorgestellten Exponate sind Originale, die das Filmteam am Set verwendete und die später auf der Leinwand zu sehen waren – von kleinen Dingen wie Banknoten bis hin zu Fahrzeugen, Waffen und Kostümen. Dazu kommen noch diverse Produktionsartikel wie Blaupausen vom Set, Call Sheets (Tagesdisposition für den Drehtag) und Storyboards (zeichnerische Version eines Drehbuchs) sowie viele Raritäten. Die Besucher sind eingeladen, im Stadtmuseum in die schillernde Welt von James Bond einzutauchen und auf den Spuren des legendären Superagenten zu wandeln. Dabei entdecken sie Raritäten, die noch nie zuvor in Ausstellungen zu sehen waren. Ein herausragendes Exponat ist ein Aston Martin DB5 Originalfabrikat aus dem Jahre 1964 – baugleich zum Aston Martin aus dem Film „Goldfinger“. Er stand bereits in verschiedenen Fernsehsendungen im Fokus.
Wenn die Museumsbesucher den QR-Code einscannen, der auf zahlreichen Exponaten zu finden ist, hören sie die Stimme von Dietmar Wunder, Synchronsprecher des aktuellen Bond-Darstellers Daniel Craig, Er berichtet über die Zusammenhänge und Entstehungsgeschichte, im Hintergrund läuft leise Original-Filmmusik mit.
Chris Distin - er ist seit 2017 auch mit einer Dauerausstellung im Deutschen Spionagemuseum in Berlin vertreten - hat sich im Laufe der Jahre ein großes Netzwerk geschaffen, über das er immer wieder an neue Stücke kommt. Allerdings sei es viel leichter, aus den späteren James-Bond-Filmen ab Roger Moore als Geheimagent Requisiten zu bekommen. Distin, der einen großen Teil der Ausstellung auch dem "Making Of" widmet: "Aus der Zeit mit Sean Connery gibt es kaum noch etwas auf dem Sammlermarkt.". Drei Wochen lang hat Distin zusammen mit seiner Ehefrau Ute die Ausstellung vorbereitet, bei der auch kleine Nachwuchs-Spione tolle Preise gewinnen können. Eine multimediales Vergnügen eben, bei dem die ganze Familie etwas lernen kann. . der Verkehrs- und Verschönerungs-Verein, der Förderverein Stadtmuseum und die Stadt Burgdorf präsentieren „James Bond: 007 in Burgdorf“: bis zum Sonntag, 15. August, im Stadtmuseum (Schmiedestraße 6)  Fördernde Unterstützung bei der Realisierung der Schau leisteten die Stadtsparkasse Burgdorf, die Region Hannover, Westphal Dachtechnik und das Bekleidungshaus Fehling. Sobald die Corona-Pandemie es zulässt, ist die Ausstellung sonnabend und sonntags von 14 bis 17 Uhr geöffnet. Beim Besuch gelten die etablierten AHA-Regeln sowie die Verpflichtung zur Angabe der Kontaktdaten. Der Eintritt ist kostenlos.