Mit Sack und Pack unterwegs

ADAC: Wie man sein Auto sicher belädt

Autofahrer haben den Vorteil, dass sie mehr Gepäck mit in den Urlaub nehmen können als etwa Bahn- oder Flugreisende. Reicht der vorhandene Kofferraum nicht aus, kommt der Rest oft einfach aufs Dach. Ein Blick in die Urlaubsautos zeigt, dass viele Autobesitzer beim Beladen zu wenig an ihre Sicherheit denken. Besonders bei Kombis und Vans werden haarsträubende Fehler gemacht, warnen die Experten vom ADAC Niedersachsen/Sachsen-Anhalt.

Wer den Wagen bis unterss Dach voll stopft, riskiert selbst bei einem harmlosen Auffahrunfall, dass ihm die Gepäckstücke in den Nacken fliegen. Schon bei mittleren Geschwindigkeiten kann dies lebensgefährlich sein. So macht man es laut ADAC richtig:

- Große und schwere Taschen und Koffer ganz unten im Kofferraum und direkt an der Sitzlehne verstauen. Bei geteilter Lehne Gepäckstücke so platzieren, dass sie die Teilung überdecken.
- Bei Kombis oder Vans nicht über die Oberkante der Rücksitzlehnen beladen, wenn kein stabiles Trenngitter oder Netz angebracht ist.
- Keine schweren oder kantigen Gepäckstücke mit in den Innenraum nehmen.
- Bei der Verwendung von Dachboxen darauf achten, dass die Zuladung und die zulässige Dachlast (Gewicht) nicht überschritten werden. Gepäck in der Dachbox mit Spanngurten vor dem Verrutschen sichern. Neben der Dachlast muss auch die Anhänge- und Stützlast berücksichtig werden.

Wer einen Teil des Urlaubsgepäcks in einer Dachbox befördert, sollte daran denken, dass das Fahrzeug höher geworden und der Schwerpunkt nach oben gewandert ist. Das kann die Fahreigenschaften negativ verändern. Vorsicht ist auch bei höheren Fahrzeugen bei der Einfahrt in Garagen geboten, also immer auf die erlaubte Durchfahrtshöhe achten. Außerdem sollte man nach jeder Pause vor der Weiterfahrt die Befestigung der Box überprüfen. Durch Vibration könnten sich die Verbindungen gelockert haben.

Fahrrad-Transport: Vorsicht vor Seitenwind!

Wer im Urlaub auch ohne Auto mobil sein möchte, nimmt oftmals das eigene Fahrrad mit. Dabei ist ebenfalls einiges zu beachten: Vor einer längeren Fahrt sollte man einmal geübt haben:
Eine Trainingsrunde mit dem ungewohnten Gepäck hilft, sich an die neue Fahrsituation zu gewöhnen.

Für Fahrrad-Gepäckträger, ob auf dem Dach, auf der Anhängerkupplung oder auf der Heckklappe befestigt, gilt eine optimale La-dungssicherung, denn Windlasten sollten nicht unterschätzt werden. Auch die zulässige Dachlast des Pkw darf nicht überschritten werden. Diese liegt in der Regel zwischen 50 und 100 Kilogramm. Angaben hierzu liefert die Betriebsanleitung. Dort gibt der Hersteller auch die Höchstgeschwindigkeit vor, die mit dem Fahrradgepäckträger nicht überschritten werden darf. Diese Höchstgeschwindigkeit kann sogar unter Tempo 100 km/h liegen.

Am Sichersten fährt derjenige, der die Herstelleranweisungen befolgt und regelmäßig unterwegs kontrolliert, ob alles noch sicher befestigt ist. Auch wenn der Hersteller anderes vorgibt: Der ADAC empfiehlt, mit Gepäckträgern nicht schneller als Tempo 130 km/h zu fahren.

Mehrverbrauch beim Radtransport
Fahrräder "fressen" fast zweieinhalb Liter Sprit
ADAC: Besser hinten montieren als oben

Wer seine Fahrräder ungünstig am Auto montiert, verbraucht rund zweieinhalb Liter zusätzlichen Kraftstoff. Ein ADAC Check hat ergeben, dass ein Fahrradträger auf dem Dach mit zwei Rädern über 41 Prozent Mehrverbrauch verursacht. Hinten, auf der Anhängerkupplung montiert, fällt der zusätzliche Verbrauch geringer aus: Dann sind es nur 18 Prozent mehr als ganz ohne Beladung. Aufgrund der derzeit hohen Spritpreise kann ein Transport auf dem Dach zum 50 Kilometer entfernten Radausflug schnell über vier Euro mehr kosten als ohne Aufbauten.
Bei einer Geschwindigkeit von 130 Stundenkilometern steigt der Verbrauch um
2,43 Liter pro 100 Kilometer, wenn zwei Räder auf dem Dach "mitfahren". Werden die zwei Drahtesel auf einem Anhängerkupplungs-Heckträger mitgenommen, liegt der Mehrverbrauch laut ADAC Berechnung bei 1,06 Liter pro 100 Kilometer - also mehr als die Hälfte weniger. Getestet hat der ADAC mit einem Opel Zafira (B) Diesel. Bei Benzinern fällt der Mehrverbrauch sogar noch höher aus.
Der ADAC rät, Dachträger nur zu montieren, wenn sie auch für einen Transport gebraucht werden. Denn allein durch sie steigt der Verbrauch um bis zu fünf Prozent. Wer über einen entsprechend großen Stauraum verfügt, kann das Fahrrad auch im Innenraum unterbringen und spart damit Kraftstoff.