Nach 24 Stunden wissen sie Bescheid

Ließ sich nach seiner Rückkehr aus Österreich freiwillig auf Covid 19 testen: Marcus Biewener aus Hannover. (Foto: O. Krebs)
 
Bereichsleiter Helge Vogelsang erläutert Sozialministerin Carola Reimann (rechts) und Erster Regionsrätin Cora-Jeanette Hermenau die Arbeitsorganisation im Testzentrum. (Foto: O. Krebs)

Flughafen: Covid-19-Test für Reiserückkehrer ohne Wartezeiten und Umwege

Langenhagen (ok). Es wirkt sehr spartanisch, aber erfüllt seinen Zweck voll und ganz.  Reiserückkehrer könnern sich im Covid-19-Testzentrum des Flughafens auf den Parkplätzen vor dem Terminal C ikontrollieren lassen. Gesundheitsministerin Carola Reimann machte sich jetzt selbst ein Bild von der Arbeit der Johanniter-Unfall-Hilfe, die die Einrichtung in Betrieb genommen haben. Allerdings können sich nur Flugreisende testen lassen, müssen das mit einer Bordkarte nachweisen. Für alle anderen ist in der Region das Testzentrum in Empelde erste Anlaufstation. Die Kassenärztliche Vereinigung hat den Betrieb gerade wieder hochgefahren, betrieben wird es vom Deutschen Roten Kreuz.
Zurück zum Flughafen: Ministerin Reimann lobte das niedrigschwellige Angebot, das Urlaubern gleich den Test nach dem Ausstieg aus dem Flugzeug ohne große Umwege und Wartezeiten ermögliche. Der Test dürfe aber keine trügerische Sicherheit geben, sondern sei ein zusätzliches Angebot. Carola Reimann: „Abstand und Hygiene sind das Maß aller Dinge.“ Und natürlich die Alltagsmasken. 24 Stunden dauere es, bis das Ergebnis vorliege. Die Befunde gehen dann an die zuständigen Gesundheitsämter. Die Akzeptanz am Flughafen sei relativ hoch, etwa 35 bis 40 Prozent der Passagiere ließen sich rund um die Uhr testen. Flughafenchef Raoul Hille geht davon aus, dass das Testzentrum je nach Entwicklung sicher noch mehrere Monate auch über den Herbst und Winter am Flughafen stehen werde. Nach der Freiwilligkeit komme jetzt die Pflicht für Reiserückkehrer aus so genannten Risikoländern. Was die Testkapazitäten angehe, so bestehe kein Engpass. Marcus Biewener aus Hannover hat einen Abstrich nehmen lassen. Er vertritt die Auffassung, dass einmal zu viel besser als einmal zu wenig sei. Er sei gerade aus Österreich zurückgekehrt, befolge die Corona-Regeln konsequent. Nach Ansicht der Sozialministerin sei es wichtig, das Infektionsgeschehen lokal einzugrenzen. Sie setze durchaus auf Eigenverantwortung des Einzelnen, gerade vor dem Hintergrund, dass die Zahlen in den jüngsten Tagen wieder gestiegen seien. Die Bilanz nach einer Woche Testungen zeigt bei etwa einem Prozent von insgesamt 3.300 getesteten Personen eine Infektion. „Ich hoffe, dass diese Quote weiter so stabil niedrig bleibt. Ein  Prozent klingt vielleicht wenig, aber jedem muss klar sein, dass schon wenige unerkannt Erkrankte ein großes Risiko darstellen“, so die Ministerin.
Da der Test lediglich eine Momentaufnahme darstellt, ruft die Gesundheitsministerin weiter zur Vorsicht auf: „Wir haben es alle in der Hand, dass es nicht zu einer zweiten Welle kommt. Egal ob auf Reisen oder im Alltag zu Hause, wir müssen weiter auf Abstand und Hygiene achten!“
Reisende aus Risikogebieten sind verpflichtet, sich in häusliche Isolierung zu begeben und das Gesundheitsamt am Wohnort zu informieren.
Seit dem 1. August kann sich jeder, der aus dem Ausland nach Deutschland einreist, innerhalb von 72 Stunden kostenlos auf das Coronavirus testen lassen. Eine Testpflicht für Einreisende aus Risikogebieten wird zurzeit auf Bundesebene vorbereitet.
Die Kosten dafür werden seit dem 1. August vom Bund übernommen, wenn der Test innerhalb von 72 Stunden nach der Einreise gemacht wird. Reisende sollten sich an ihre Hausarztpraxis bzw. außerhalb der Sprechzeiten an den Kassenärztlichen Bereitschaftsdienst unter der Telefonnummer 116 117 oder ihr Gesundheitsamt wenden.
Neben dem Testzentrum am Flughafen wird die Kassenärztliche Vereinigung flächendeckend Testzentren einrichten. Diese werden in den nächsten Tagen sukzessive in Betrieb gehen.
Reisende, die sich nicht direkt als Fluggast am Flughafen testen lassen können, müssen in der Arztpraxis beispielsweise durch einen Boarding-Pass, ein Ticket oder eine Hotelrechnung glaubhaft nachweisen, dass ein Auslandsaufenthalt stattgefunden hat.
Reisende finden alle wichtigen Informationen zum Testzentrum am Flughafen unter https://www.hannover-airport.de/rund-ums-fliegen/c...