Neue Wahlbezirke für den Kirchenkreistag

Kleine und große Gemeinden müssen kooperieren

Langenhagen/Wedemark. Es war eine dicke Kröte, die die Mitglieder des Kirchenkreistages da schlucken mussten, am Ende einer engagierten Diskussion aber gab es doch eine deutliche Mehrheit: Nach einem Beschluss der Synode der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers müssen für die Besetzung des Kirchenkreistages Wahlbezirke gebildet werden. Bislang entsendete jede Kirchengemeinde in eigener Verantwortung Haupt- und Ehrenamtliche in das Gremium, das so etwas wie das Parlament des Kirchenkreises ist; seit der Änderung des Kirchengesetzes Ende 2011 müssen sich nun kleine Gemeinden mit größeren verständigen. Hintergrund für die Gesetzesänderung ist nach Auskunft von Friedrich Engeling, Vorsitzender des Kirchenkreistages Burgwedel-Langenhagen, die Entwicklung hin zu sehr großen Kirchenkreistagen: Bis zu 150 Mitglieder umfassen die Gremien mancherorts, etwa im südlichen Niedersachsen hat es diese Entwicklung gegeben. Ein Wunsch der Synode war es darüber hinaus, das Ehrenamt zu stärken – so entsendet nicht mehr jede Gemeinde Pastor oder Pastorin in den Kirchenkreistag, sondern wird dort in bestimmten Fällen nur durch Ehrenamtliche vertreten.
Für den Kirchenkreis Burgwedel-Langenhagen hat der Kirchenkreisvorstand ein Modell entwickelt, das auf lokale Gegebenheiten Rücksicht nimmt; dennoch gab es beim Kirchenkreistag deutliche Kritik an den Vorgaben der Landeskirche. So ist es für einzelne Gemeinden sicher nicht leicht zu akzeptieren, dass sie nicht mehr Pastor oder Pastorin in den Kirchenkreistag entsenden können, darüber hinaus muss die Zusammenarbeit auch da organisiert werden, wo sie nicht in Ruhe gewachsen ist. Ganz konkret müssen sich die Langenhagener Kirchengemeinden Elisabeth und Elia für die Besetzung des Kirchenkreistages verständigen, außerdem die Wedemärker Gemeinden Bissendorf und Resse sowie Mellendorf und Brelingen. In den beiden neuen Wedemärker Wahlbezirken darf nur jeweils ein Sitz von einem oder einer Ordinierten belegt werden – Marion Bernstorf vom Brelinger Kirchenvorstand bezeichnete diese Festlegung als konfliktträchtig. Einen gemeinsamen Wahlbezirk müssen auch die Kirchengemeinden St. Petri in Burgwedel und Ludwig Harms in Fuhrberg bilden.
Mit der Zustimmung zur Gründung von Wahlbezirken verband der Kirchenkreistag den Wunsch, die Landessynode über die Bedenken und Schwierigkeiten vor Ort zu informieren und für die Zukunft zu einer frühzeitigeren Kommunikation aufzufordern.