Reisemitbringsel aus Kuba

Die erforderlichen Einfuhrgenehmigungen konnte das Pärchen nicht vorlegen.

Zoll stellt artengeschützte Fechterschnecken und Korallen sicher

Langenhagen. Am Freitagabend reiste ein Pärchen aus der Region Hannover, 48 und 53 Jahre alt, nach einem Urlaubsaufenthalt auf Kuba und einem Zwischenstopp in Frankfurt am Main über den Flughafen Langenhagen in das Bundesgebiet ein.
Auf Befragen der Zollbeamten nach mitgebrachten Waren wurden lediglich Zigaretten als Reisemitbringsel angemeldet.
Bei der anschließenden Kontrolle entdeckten die Zöllner im Gepäck insgesamt 20 Fechterschnecken und vier Stücke Steinkoralle.
Nach Angaben der Reisenden hatten sie die Gegenstände am Strand gesammelt. Sie waren als Dekoration für die Wohnung vorgesehen.
Fechterschnecken und Korallen sind nach den Bestimmungen des Washingtoner Artenschutzübereinkommens geschützt. Da die erforderliche Einfuhrgenehmigung nicht vorgelegt werden konnte, wurden die Gegenstände sichergestellt.
Das weitere Verfahren wird vom Bundesamt für Naturschutz geführt.
Das Washingtoner Artenschutzübereinkommen (WA) dient dem Schutz von Tier- und Pflanzenarten, die von der Ausrottung bedroht sind oder deren Erhaltung gefährdet ist. 175 Staaten sind dem Übereinkommen bislang beigetreten. Rund 5.000 Tier- und etwa 25.000 Pflanzenarten stehen inzwischen unter Schutz.
Exemplare, aber auch Teile und daraus hergestellte Erzeugnisse dieser geschützten Arten dürfen in der Regel nur mit einer Ausfuhrgenehmigung des Ausfuhrstaates und einer Einfuhrgenehmigung (CITES-Dokumente) ein- und ausgeführt werden.
Zuständig für die Ausstellung von Genehmigungen ist in der Bundesrepublik Deutschland das Bundesamt für Naturschutz.
Werden artengeschützte Tiere/Pflanzen oder daraus hergestellte Erzeugnisse ohne die vorgeschriebenen artenschutzrechtlichen Genehmigungen in die EU ein- oder ausgeführt, stellt der Zoll diese sicher. Die damit begangenen Verstöße gegen das Bundesnaturschutzgesetz werden von der zuständigen Behörde mit Bußgeldern bis zu 50.000 Euro oder als Straftat geahndet.
Die Internet-Anwendung www.artenschutz-online.de informiert über die rechtlichen Bestimmungen. Sie wird vom Bundesamt für Naturschutz und dem Zoll als Informationsquelle angeboten. Sie basiert auf den Beschlagnahmestatistiken der vergangenen Jahre. Auch nach mehr als 30 Jahren Überwachung der Artenschutzbestimmungen in Deutschland sind die Aufgriffszahlen des Zolls immer noch alarmierend.