Sie treffen sich heute noch sehr oft

Hoffen, dass sie noch viele Jahre gemeinsam agil und gesund bleiben: Marlies (von links) und Gustav Corell und Nelly und Adolf Schnuer, der Bruder von Marlies. (Foto: O. Krebs)
 
Die beiden Paare sind vor 60 Jahren gemeinsam vor den Traualtar getreten.

Corells und Schnuers feierten vor 60 Jahren eine Doppelhochzeit

Langenhagen/Wedemark (ok). Beim Tanzen im Brinker Hof fing alles an; Gustav Corell und seine Marlies, eine geborene Schnuer, waren sich gleich sympathisch. Die beiden waren in Langenhagen aufgewachsen – sie stammte aus Wiesenau, er war mit noch nicht einmal einem Jahr mit seinen Eltern aus Worms in die Flughafenstadt gezogen. Zwei Jahre lang wohnte Marlies noch wie damals üblich bei ihren Eltern, der vier Jahre ältere Gustav hatte schon eine eigene Wohnung. Das erste eigene Nest des jungen Paares war dann in der Freiligrathstraße, und am 27. Mai 1960 heirateten sie dann in der Elisabethkirche. In einer Doppelhochzeit zusammen mit dem älteren Bruder der Braut, Adolf Schnuer, der seine Nelly zum Altar führte. Der gelernte Maurer Adolf Schnuer hat vor fast 50 Jahren gebaut, vorher haben die beiden in der Heinrichstraße in Kaltenweide gelebt. Das Paar liebt Tiere, hat immer einen Schäferhund zu Hause gehabt. Dazu Rinder, Schafe und Sittiche. „Die Schafe waren unser Rasenmäher“, sagt die 82-jährige Nelly Schnuer lachend. Sie bleibt heute noch gern in Bewegung, ist immer mit dem Hund unterwegs. Die beiden waren immer großzügig, jeder hat dem anderen sein Hobby gegönnt. So war der ein Jahr jüngere Adolf Schnuer beispielsweise viel wegen sein er Kaninchenzüchter, Geflügelzüchter und auch wegen des Schützenvereins unterwegs. Mit dem Paar aus Scherenbostel, das immer gern nach Nordjütland in Dänemark gefahren ist, treffen sich die Corells noch oft. So wie auch mit Dieter, dem jüngeren Bruder von Marlies, vielen Langenhagenern sicher von der AWO und vor allen Dingen auch als Sportabzeichen-Prüfer und langjähriger Organisator der Freizeiten am Priwall und Lenster Strand bekannt. Und mit Dieter teilen Marlies und Gustav ein ganz besonderes Abenteuer, von dem nicht jeder in seinem Leben berichten kann. 1962 ging es für dreieinhalb Monate zu dritt auf große Fahrradtour – der gelernte Maschinenschlosser und die Büroangestellte in einem Blumengeschäft hatten im Vorfeld für die Tour mit dem Zelt eisern gespart, ihre Jobs erst einmal an den Nagel gehängt. Auf dem Drahtesel ging es dann für das Trio über Frankfurt am Main und Heidelberg mit dem Zelt bis an den Bodensee und schließlich in die Alpen nach Österreich, in die Schweiz und auch nach Südtirol und zurück dann über den Großglockner. „Insgesamt waren es 3.300 Kilometer, auf denen wir viele andere Fahrradfahrer getroffen haben“, erinnern sich Marlies und Gustav gern zurück. Gustav war dann noch ein Jahr lang danach nicht in Lohn in Brot, der heute 83-Jährige arbeitete am eigenen Haus in der Königsberger Straße in der Silberseesiedlung, in das sie gemeinsam mit seinen Schwiegereltern einzogen und auch heute noch leben. Sport und Reisen –diese beiden Hobbys haben die Corells auch noch bis ins hohe Alter beibehalten. „Im Sommer ging es in den Süden, im Winter zum Skifahren“, sagt Marlies Corell, die am 60. Hochzeitstag auch noch 79 Jahre alt wurde. Sie hat lange Yoga und Gymnastik an der Volkshochschule praktiziert, steigt heute noch gern aufs Fahrrad. Ihr Gustav ist immer noch als Tischtennisspieler beim SSV Langenhagen aktiv, schon seit mehr als 40 Jahren. Zusammen mit seinem ältesten Sohn Stefan im Team bestreitet der agile Senior sogar noch Punktspiele. „Solange ich die Bälle noch aufheben kann, möchte ich noch spielen“, sagt er lachend. 40 Jahre lang haben sie auch gekegelt, vor fünf Jahren aufgehört. „Das ist so manche Kugel in die Rinne gefallen“, sagt das diamantene Pärchen schmunzelnd, das sich nach eigener Aussage wohl auch deshalb so gut versteht, weil sie so oft unterschiedlicher Meinung sind. „Immer in Bewegung und gesund bleiben“, heißt ihr Lebensmotto auch heute. Die große Feier – unter anderem mit den beiden Söhnen und den beiden Enkelkindern – musste wegen der Corona-Krise zwar ausfallen, soll aber möglichst in irgendeiner Art und Weise nachgeholt werden, vielleicht mit einer Feier im großen Garten der Corells. Auf jeden Fall freuen sich die lebenslustigen Marlies und Gustav Corell auf Treffen mit ihren Freunden und Bekannten nach der Corona-Zeit. Marlies Corell: „Ich vermisse schon mein Damenkränzchen, zu dem wir uns immer donnerstags im Café am Markt getroffen haben.“