Vergeblich die Lücke gesucht

Bei Hannover United und Spielmacher Jan Haller (Mitte) hat gegen den BBC Münsterland die Abstimmung gefehlt. (Foto: T. Lobback)
 
Hannovers Oberbürgermeister Belit Onay (Grüne, rechts) war unter den 180 Zuschauern in der United Arena. In der Halbzeit tauschte er sich mit United-Präsident Joachim Rösler aus. (Foto: T. Lobback)

Rollstuhlbasketball: dritte Niederlage in Folge für Hannover United

Hannover. Für Hannover United war es die dritte Niederlage in Folge in der ersten Rollstuhlbasketball-Bundesliga. Der Vorsprung auf Platz fünf schmilzt weiter dahin. Ohne Mariska Beijer, Alexander Budde und Tobias Hell spielte United zu wild. Sören Seebold feierte sein Bundesliga-Debüt.
Hannover. Schwierige Zeiten für Hannover United. Zum Ende der Hauptrunde in der ersten. Rollstuhlbasketball-Bundesliga scheint dem Team die Luft auszugehen. Nach den Niederlagen gegen den RV Lahn-Dill (56:76) und bei den RBC Köln 99ers (70:71 nach Verlängerung) hat United gegen den BBC Münsterland das dritte Spiel in Folge verloren. Die Mannschaft von Trainer Martin Kluck unterlag Münsterland ohne Mariska Beijer, Alexander Budde und Tobias Hell in der United Arena mit 53:57. Ein dicker Dämpfer im Kampf um die Playoff-Plätze.
Entsprechend enttäuscht waren die Spieler nach dem Spiel. "Ich habe ja sonst immer etwas zu sagen, aber nach dem Spiel ist mein Kopf ist echt leer", sagte Spielmacher Jan Haller. "Ich glaube, dass wir einfach zu wild sind an vielen Stellen." Wild waren sie unterwegs, die United-Akteure. Das begann beim Hochball und zog sich bis zum Abpfiff durch: Komplizierte Spielzüge, unkonzentrierte Würfe, Korbleger, die am Ring landeten, Abstimmungsprobleme in der Defensive - das machte es den Gästen einfach, zu leichten Punkte zu kommen. United hingegen musste sich für Erfolgserlebnisse mehr mühen. Und dann kassierte Center Christoph Lübrecht auch noch Mitte des zweiten Abschnitts sein viertes persönliches Foul. "Da wird die Bank dann nochmal kürzer", sagte Haller.
United hatte aber nicht nur eine kurze Bank und wenig Vorbereitung, wegen der Corona-Infektionen von Budde und Hell trainierte das Team nur zweimal. United hatte auch scheinbar die kürzeren Arme. Jedenfalls gegenüber Münsterlands Mattijs Bellers. Der Niederländer war nicht nur bester Schütze mit 20 Punkten, sondern schnappte sich auch 21 Rebounds - ein Top-Wert. Und so ragte Bellers ein ums andere Mal unter Hannovers Korb heraus und eroberte Bälle, die eigentlich schon sicher schienen.
"Was man uns nicht absprechen kann ist, dass wir nicht alles gegeben haben", sagt Routinier Haller. Und es war auch nicht so, dass United das Spiel trotz aller Widrigkeiten nicht noch hätten gewinnen können. Eine Minute vor Schluss lag das Team mit drei Punkten zurück. "Wir hätten mit einem Ballbesitz ausgleichen können", so Haller. Doch das sollte nicht sein. Im Gegenteil. Juniorennationalspieler Julian Lammering machte 38 Sekunden vor Schluss mit einem Freiwurf alles klar - auch, weil United nach dem Rebound des zweiten Freiwurfs den Ball umgehend wieder verlor.
Dreieinhalb Minuten vor Schluss feierte Sören Seebold sein Debüt in der ersten. Rollstuhlbasketball-Bundesliga. Der Juniorennationalspieler war nach den Ausfällen von Alexander Budde und Tobias Hell mit Luis Conrad aus der zweiten Mannschaft in den Kader gerückt. Und Seebold, der mit Budde, Hell und Conrad im vergangenen Jahr Vize-Junioren-Europameister geworden ist, hatte einen guten Einstand.

Hannover United: Amit Vigoda (18 Punkte), Jan Gans (14), Jan Sadler (11), Jan Haller (10), Vanessa Erskine, Sören Seebold, Christoph Lübrecht, Oliver Jantz, Luis Conrad.
BBC Münsterland: Mattijs Bellers (20 Punkte), Sören Müller (18), Julian Lammering (10), Jost Morsinkhof (6), Lena Knippelmeyer (3), Elvis Fakic, Sören Gebauer, Michael Niehaus, Phillip Schorp, Leon Wissmann.