„Vom VW Käfer auf einen Mercedes 300“

Tagsüber steht es draußen, abends wird es dann reingeholt: Bürgermeister Mirko Heuer (links) und Reinhard Spörer präsentieren das Lastenfahrrad "Hannah". (Foto: O. Krebs)

Lastenfahrrad „Hannah“ wird jetzt auch in Langenhagen und der Wedemark verliehen

Langenhagen/Wedemark (ok). „Hannahs“ Dienste können jetzt in Anspruch am Rathaus in Anspruch genommen werden. Hannah? Nein, keine neue städtische Servicekraft, sondern ein so genanntes Lastenfahrrad, mit dem inklusive Fahrerin oder Fahrer bis zu 180 Kilogramm transportiert werden können. Die Ausleihe ist kostenlos, die Aktion vom Allgemeinen Deutschen Fahrradclub (ADFC) der Region Hannover in Zusammenarbeit mit der Firma Velogold initiiert worden. Über die Seite www.hannah-lastenrad.de können Interessierte das nützliche Vehikel bis zu drei Tage, auch übers Wochenende, reservieren. Nur: Die Nachfrage ist heißbegehrt; das Fahrrad diesen Monat in Langenhagen schon ausgebucht. Vier bis sechs Wochen Vorlaufzeit müssen schon einkalkuliert werden. 33 Fahrräder gibt es in der ganzen Region Hannover – eines davon in Langenhagen, eines in der Wedemark. In der Wedemark steht das Fahrrad bei „Klipphahn“ in Bissendorf, in Langenhagen kann das Rad mit der Nummer 30 an der Rathaus-Info ausgeliehen werden; dort liegt auch eine Luftpumpe. Um die Wartung und kleine Reparaturen kümmern sich übrigens die drei Paten Martin Palm, Wilhelm Behrens und Reinhard Spörer, die über hallo@hannah-lastenrad.de zu erreichen sind und auch bei größeren Problemen fachkundige Helfer organisieren können. Neue Paten können sich gern unter hallo@hannah-lastenrad.de melden. Zwei Räder mit Elektromotor: Mit „Hannah“ können in Langenhagen und Umland rund 90 Kilometer zurückgelegt, bevor der Akku wieder aufgeladen werden muss. „Das Ladegerät gibt es beim Ausleihen mit dazu“, erläutert Reinhard Spörer, der darum bittet, dass Fahrrad nicht ohne „Saft“ oder mit fehlendem Zubehör wieder abzugeben. Einfach Bescheid sagen, damit der Nächste keine böse Überraschung erlebt. Etwa 4.000 Radfahrer sind nach Auskunft Spörers in der Region Hannover registriert, könnten sich „Hannah“ buchen. Die Finnazierung ist gesichert – die Anschaffungskosten von 5.000 Euro haben je zur Hälfte „Haus und Grund“ sowie die Stadt Langenhagen übernommen. Und was die laufenden Kosten von etwa 450 Euro jährlich zum Beispiel für Wartung angeht: Im ersten Jahr springen der ADFC, in den zweiten zwölf Monaten die Grünen und im dritten bis siebten Jahr die Energieprojektgesellschaft Langenhagen (EPL) ein. Langenhagens Bürgermeister Mirko Heuer will das Fahrrad als Verkehrsmittel stärken, hat sich deshalb auch für die vielseitige „Hannah“ stark gemacht. Auf zwei Rädern können nämlich nicht nur Getränkekisten mit Blumen, sondern auf der Sitzbank mit Sicherheitsgurten auch Kinder transportiert werden. „Hannah kann immer montags bis donnerstags von 8.30 bis 17.30 Uhr oder auch freitags zwischen 8.30 und 12.30 Uhr an der Info ausgeliehen und auch wieder abgegeben werden“, sagt Annette Bachmann vom zentralen Verwaltungsservice. Doch Vorsicht: Voll beladen lässt es sich nicht so einfach lenken; ein Fahrgefühl, an das sich der Benutzer erst einmal gewöhnen müsse. „Das ist so, als wenn man von einem VW Käfer auf einen Mercedes 300 umsteigt“, zieht Reinhard Spörer eine treffenden Vergleich aus der Welt der Automobile.