Von Beginn an dominiert

BSR ACE Gran Canaria feiert mit Hannovers OB Belit Onay (links) und Konfettikanonen den Euro-Titel (Foto: T. Lobback)

Ein Knaller: Gran Canaria feiert in Hannover den Cup-Sieg

Hannover. Hannover hat einen EuroCup-Gewinner. Der kommt zwar nicht aus der Stadt, sondern aus Gran Canaria. Aber gefeiert hat Hannover auf jeden Fall mit. Denn die drei Tage Rollstuhlbasketball in der Sporthalle der Goetheschule waren ein großes Fest - und eine gelungene Europa-Premiere für Hannover United. 550 Zuschauer feierten an den drei Tagen mit. Bei der Siegerehrung mit Oberbürgermeister Belit Onay (Grüne), dem Bundestagsabgeordneten Adis Ahmetovic und dem Ratsherrn Bala Ramani (SPD) ließen die Spanier, die eine Handvoll bunte Fans dabei hatten, die Konfettikanonen knallen.
Die Mannschaft hatte auch allen Grund zu feiern. Das Team hatte das Turnier von Beginn an dominiert. Auch im Finale gegen Ilan Ramat Gan ließen die Iberer keinen Zweifel daran, wer mit dem goldenen Pokal nach Hause fahren würde. Zur Halbzeit führte Gran Canaria mit 49:20. Am Ende war der Sieg mit 81:46 deutlich. Eine Anekdote am Rande: Ramat Gan hatte am Freitag das erste Viertel im Viertelfinale gegen die Pilatus Dragons mit 2:19 verloren. Da sah es schon bitter aus. Doch das Team riss sich am Riemen und dreht das Spiel - und zog dann am Sonnabend souverän ins Finale ein.
Zwei Hannoveraner hatten zusätzlich Grund zur Freude. Die IWBF wählte Jan Haller und Amit Vigoda ins All-Star-Team. Außerdem gehörten Radio Dagamin (Ilan Ramat Gan), Rose Marie Hollermann (Gran Canaria) und Omid Hadiazhar (GSD Porto Torres) zu den besten fünf Spielerinnen und Spielern.
Auch sportlich war das Turnier für Hannover United ein Gewinn. Zwar hatte das Team Pech, dass es im Viertelfinale gleich die späteren Sieger vor der Brust hatte. Dafür lief der dritte Tag ähnlich gut wie Tag zwei. Das lag vor allem daran, dass das Team Porto Torres’ Besten Omid Hadiazhar aus dem Spiel nahm. Hadiazhar hatte in der ersten Begegnung gegen Toulouse Iron Club (65:70) 44 Punkte geworfen. Im Platzierungsspiel gegen die Pilatus Dragons (72:62) legte er 35 Punkte nach. Doch gegen Hannover brachte der Iraner den Ball kaum im Korb. Aus dem Feld traf Hadiazhar nur vier von 20 Versuchen - sehr zur Freude von United-Coach Martin Kluck.
United hingegen hatte ein deutlich sichereres Händchen. Bei Hannover hatte vor allem Amit Vigoda Spaß in seinem letzten Spiel für den Verein. Vigoda verlässt United nach einer Spielzeit, um in Israel zu studieren. Gegen Porto Torres drehte auf, holte mit 35 Punkten, 10 Rebounds und elf Assists ein Triple-Double. „Das war das beste Spiel, das ich für United gemacht habe“, sagt Vigoda. „Ich hatte eine sehr gute Zeit in Hannover.“ Trainer Kluck lobte seine Offense. „Wir haben gegen Haifa und Porto Torres 167 Punkte geworfen. Das ist eine klasse Leistung. Schön, dass wir mal mit zwei Siegen aus der Saison gehen.“ Die Belohnung: Platz fünf im ersten internationalen Auftritt des Klubs - das kann sich sehen lassen.
Platz drei schnappten sich die IC Sitting Bulls mit einem 68:59-Erfolg über Toulouse Iron Club. 30 Minuten lang schien die Partie eine klare Sache zu werden. Dann drehte Toulouse auf und die Sitting Bulls tauchten etwas ab. Weil die Führung aber Die Pilatus Dragons feierten im Spiel um Platz sieben ihren ersten Erfolg des Turners.