Wenn die Wusel so richtig durchstarten

Früh übt sich, wer ein Meister werden will: die Hockey-Minis des Mellendorfer TV.
 
Für ihn ist Hockey wie eine große Familie: der Mellendorfer Spartenleiter Phlllip Terbrack. (Foto: O. Krebs)

Sportliche Alleinstellung in der Region: die Mellendorfer und Engenser Hockeysparten

(ok). Was haben die Großstädte Hannover, Braunschweig und Hamburg in Sachen Sport gemeinsam? Sie sind alle Hockeyhochburgen im Norden. Allein in Niedersachsens Landeshauptstadt gibt es mehrere hochrangige Vereine für das schnelle Spiel mit dem Schläger. Doch in der Region? Da haben sich nur zwei Vereine im Norden dem Hockeysport verschrieben: der Mellendorfer TV und der TSV Engensen. Die Sporthistorie ist dabei ganz unterschiedlich. Während Feld- und Hallenhockey im kleinen Ort in der Gemeinde Burgwedel schon lange Tradition hat, ist die Sparte in der Wedemark erst vor fünf Jahren mit dem Bau des neuen Sportzentrums an der Industriestraße ins Leben gerufen worden. „Bei der Eröffnungsfeier waren wir noch 40, eineinhalb Jahre nach der Gründung mehr als 120 Mitglieder“, erinnert sich Spartenleiter Phillip Terbrack an den Boom. Heute gehören der Sparte insgesamt acht Teams an. Zum Hockeysport gekommen ist Terbrack übrigens über Uni-Hockey mit einem Schläger mit größerer Kelle und einem Plastikball. „Beim Hockey darf nur mit der flachen Seite geschlagen werden“, macht Wistuba den Unterschied deutlich. „Das setzt schon technische Fähigkeiten voraus, weil schnell die richtige Schlagposition gewählt werden muss“, weiß Andreas Wistuba, der die Sparte beim TSV Engensen leitet. Und Wistuba muss es wissen, verfügt der 63-Jährige ehemalige Bundesligaspieler doch über jede Menge Erfahrung auf dem Spielfeld. 75-maliger Nationalspieler, Europameister und Vizeweltmeister – so seine eindrucksvolle Vita. Seine Fähigkeiten auf dem Platz habe er in erster Linie bei Swarup Singh Pavar gelernt. Der Trainer stammt aus Indien, einem der Mutterländer des Hockeys. Wistuba kämpft mit der Gemeinde Burgwedel seit Jahren um einen Kunstrasenplatz; die TSV-Teams treten auf Naturrasen an. Wistuba: „Um weiterzukommen, ist Kunstrasen unbedingt notwendig.“ Seit fünf Jahren lebt er mit seiner Frau Alexandra in der Gemeinde Burgwedel, ist aus Hannover in den Norden der Region gezogen. In Engensen gehe es zwar in erster Linie um die Breite, aber leistungsstärkere Spielerinnen und Spieler sollten durchaus gefördert werden. Da haben es die Mellendorfer besser, sie verfügen über einen Kunstrasenplatz. „Die Halme sind allerdings etwas länger als auf einem Hockey-Kunstrasenplatz, weil er auf die Fußballer ausgerichtet ist. Optimal wäre richtiger Hockerasen mit einem halben Zentimeter Höhe“, erläutert Terbrack, der aber trotzdem sehr zufrieden mit der Anlage ist. Nachdem er erst Co-Trainer und Trainer war, ist der 18-Jährige schnell zum Spartenleiter aufgestiegen. Vor allen Dingen fasziniere ihn an der körperlosen Sportart, dass es kaum Verletzungen gebe, aber die Kondition natürlich eine sehr große Rolle spiele. Andreas Wistuba: „Heutzutage laufen eigentliche alle Spieler nach vorn und zurück.“ Phillip Terbrack erinnert sich an Eishockeyspieler, die bei ihm mal mitgemacht haben: „Sie hatten beim Laufen überhaupt keine Probleme und sind vornweg unterwegs gewesen.“ Mit drei Jahren sei schon der optimale Einstieg, dann werde erst einmal das richtige Laufen gelernt; die Arbeit mit dem Ball liege gerade mal bei 20 Prozent. Die jüngsten Teams nennen sich sowohl in Mellendorf als auch in Engensen Wusel. Und so gehe es beim Training natürlich auch manchmal zu. Wer einsteigen will, muss sowohl in der Wedemark als auch in Burgwedel erst einmal nur seine normalen Sportklamotten und Freude am Spiel mitbringen. Die Ausrüstung werde gestellt, der Rest komme später. Nachwuchs werde immer gesucht, gerade bei den Männern und in Engensen mangele es auh bei den Jungen. „Wir müssen gemischte Teams zusammenspielen“, sagt Wistuba, der genauso wie Terbrack eng mit den Schulen zusammenarbeiten und so aber Arbeitsgemeinschaften auch Nachwuchs rekrutieren möchte. „Gewalt wie etwa beim Fußball ist für uns undenkbar“, sagt Andreas Wistuba. Gesucht werden auch immer Trainer und Schiedsrichter. Andreas Wistuba und Phillip Terbrack, die beide im Winter um Zeiten fürs Hallenhockey kämpfen müssen, sind sich einig: „Hockey ist wie eine große Familie.“ Nähere Infos und Ansprechzeiten stehen auf den Homepages des MTV Mellendorf und des TSV Engensen; auch Hockey-Interessierte aus Langenhagen sind natürlich herzlich willkommen.