Zehn Typisierungen für Alina

Wirtschaftsklub unterstützt Hilfsaktion für leukämiekrankes Mädchen

Langenhagen/Wedemark (sch). Im Rahmen seines 95. Business-Frühstücks gastierte der Wirtschaftsklub am Donnerstag im Isernhagener Seehaus. Das Treffen von Repräsentanten aus Wirtschaft und Verwaltung der nördlichen Region stand diesmal im Zeichen eines sehr ernsten Schwerpunktthemas. Die Langenhagener Firma Heuer hatte vor kurzem zu einer Spenden- und Typisierungsaktion für die an Leukämie erkrankte Alina Ritz aufgerufen. Das 13-jährige Mädchen leidet seit Mai unter der lebensbedrohlichen Krankheit und ist nach einer Chemotherapie nun auf eine Knochenmarkspende angewiesen. Marena Reimchen erklärte für die Firma Heuer, wie sehr der Unternehmensleitung und Belegschaft die Heilung der Tochter ihres Mitarbeiters und Kollegen am Herzen liegt. Mittlerweile seien alle Firmenfahrzeuge mobile Anlaufstellen für eine Typisierung über Speichelprobe, die Resonanz auf diese ungewöhnliche Aktion erfreulich. Der Vorstand des Wirtschaftsklubs stellte nicht nur seine monatliche Zusammenkunft ganz unter dieses Thema, er setzte zudem mit einer Spende über 500 Euro ein Zeichen der Verbundenheit und weiteren Unterstützung für die Typisierung, die pro Teilnehmer jeweils rund 50 Euro kostet. „Als wir den Wirtschaftsklub gründeten, war unser Ziel, sozial und gesellschaftlich engagierte Unternehmen zusammenzubringen“, betonte der Vorsitzende Claus Holtmann. Genau in solchen Aktionen sehe er den Zweck dieses Vereins und steuerte mit der finanziellen Unterstützung die Kosten für zehn weitere Typisierungsmaßnahmen zu Gunsten von Alina bei. Thorsten Trapp von der Knochenmarkspenderzentrale Düsseldorf erläuterte den Wirtschaftsklub-Mitgliedern in einem Vortrag die Entstehung von Leukämie und deren Heilungschancen. „Es wird viel geforscht im Bereich der Tumorerkrankungen, aber wenn man schaut, was beim Patienten ankommt, ist das recht dürftig“, bewertete er den aktuellen Stand der Krebsforschung. In den letzten Jahrzehnten habe es aber vor allem bei der Leukämieerkrankung große Fortschritte gegeben. Alle 20 Minuten erkranke in Deutschland ein Mensch an Leukämie. Über ein Jahr vergehe häufig mit der Suche nach einem geeigneten Knochenmarkspender, der in rund 25 Prozent der Krankheitsfälle die letzte Rettung für den Patienten sei. Die Heilungschance mit einer Knochenmarkspende liege bei über 75 Prozent. „Das große Problem ist aber, dass sich viel zu wenig Menschen typisieren lassen“, merkte Trapp kritisch an. „Therapeutisch gibt es für jeden Kranken genügend potenzielle Spender, wir finden sie nur nicht“, schilderte er die Problematik, vor der auch Alina und ihre Helfer stehen. Mittlerweile wurde eine Homepage unter www.hilfe-fuer-alina.de für eingerichtet, über die sich jeder informieren kann, wie er Alina ganz persönlich helfen kann. Wer weitere Typisierungen durch eine Spende finanziell unterstützen möchte, kann dies über die Sparkasse Nienburg, Konto-Nummer 601 216 21, Bankleitzahl 256 501 06 unter dem Kennwort „Alina-Ritz“ tun.