Zweimal statt viermal im Monat Müllabfuhr

Region und aha präsentieren alternative Modelle

Region (gg). Nachgebessert hat der Zweckverband Abfallwirtschaft Region Hannover (aha) entsprechend dem Auftrag des Regionsausschusses die Informationsvorlage zur Gebührenstruktur Müllabfuhr, die nun veröffentlicht wurde. Neben der geplanten Abschaffung der Restmüllsäcke und der Einführung der Mülltonnen, das ECHO berichtete in der Ausgabe vom 16. Februar auf Seite 9 und in der Ausgabe vom 23. Februar auf Seite 1, zeigt diese Alternativen auf, zumindest in der theoretischen Kostenkalkulation. Unabwendbar bleibt die Neukalkulation der Sackabfuhr, denn die wurde bisher mit einer anderen (höheren) Grundgebühr kalkuliert als die Tonnenabfuhr, was rechtlich nicht mehr haltbar ist.
Umweltdezernent Axel Priebs erläutert in der Pressemitteilung, dass es weder aha noch der Regionsverwaltung um eine Abschaffung des Sackes geht: "Fest steht aber: beim Status quo kann es nicht bleiben". Die dargestellten Berechnungen zeigten, dass die Modelle zur Erhaltung des Sackes zu einem besonders hohen Sackpreis führen würden, den Regionsverwaltung und aha weder für praktikabel noch für zukunftsfähig halten.
Klar wird in der Informationsdrucksache erläutert, dass mit geringen Restmüllmengen im System Sackabfuhr, mit niedrigeren Grundgebühren und höheren Sackpreisen als bisher, die Einnahmen für aha tendenziell sinken würden. Mit der Einführung der Tonnenabfuhr soll sich der Service halbieren. Statt der wöchentlichen Müllabfuhr wie bisher bei der Sackabfuhr gäbe es nur noch eine 14-tägige Tonnenabfuhr. Zudem würde über die Tonnengröße ein Müllvolumen vorgegeben und Bürgerinnen und Bürger können dann über Müllvermeidung nicht mehr sparen wie beim Sacksystem. Das formulierte Fazit in der Informationsdrucksache: "Die Umstellung des Abfuhrsystems (von Sack auf Tonne) bringt keine Kostenentlastung mit sich, sondern zusätzlichen Aufwand (für aha), ...der gleichmäßig verteilt werden muss... .Somit steigt der über die Gebühr umzulegende Aufwand je Volumeneinheit in der Behälterabfuhr (Tonne)."
Ein weiteres Modell (Zusatzmodell F), welches ursprünglich als Übergangsvariante erdacht wurde, soll in den kommenden Wochen auf seine Eignung als Dauervariante untersucht werden. Hierbei würde der direkte Sackpreis quasi abgeschafft, indem der Grundgebühr eine – von der Behälterabfuhr schon bekannte - volumenabhängige Gebühr an die Seite gestellt würde. Die Bürgerinnen und Bürger, die heute an die Sackabfuhr angeschlossen sind, hätten dann die Wahl, ob sie das Behältervolumen in Form einer Tonne oder von Säcken bestellen. Diese Entscheidung hätte aber keinen Einfluss auf die einheitliche Berechnung der Gebühren: "Diesen Ansatz finden wir sehr interessant, er muss jedoch erst noch gründlich in betrieblicher, wirtschaftlicher und juristischer Hinsicht geprüft werden. Wenn am Sack festgehalten werden soll, lohnt es sich, auch Varianten zu prüfen, mit denen man Neuland beschreitet", so Priebs.
Das Thema wird auf der Tagesordnung der nächsten öffentlichen Sitzung des Ausschusses für Abfallwirtschaft am Donnerstag, 14. März, im Regionshaus in Hannover, Hildesheimer Straße, stehen.