Stadtentwässerung
Auf den Hund gekommen

Mit tierischer Begleiterin: Frank Schumann geht mit Sami auf Tour für die Stadtentwässerung.
  • Mit tierischer Begleiterin: Frank Schumann geht mit Sami auf Tour für die Stadtentwässerung.
  • hochgeladen von Oliver Krebs

Wenn Sami ein farblich geflecktes Fell hätte, dann müsste man von einem bunten Hund sprechen. Aber auch so ist die Hündin stadtbekannt in Langenhagen. „Wenn ich im Dienst bin und die Mülleimer im Stadtpark oder Wietzepark leere, dann werde ich auf Sami angesprochen. Und meine Kollegen reden nur von unserem Maskottchen“, sagt Frank Schumann. Er ist Mitarbeiter des Betriebsdienstes der Stadtentwässerung Langenhagen – und Sami dabei seine treue Begleiterin.
Sami ist ein Bolonka Zwetna, eine Rasse, die ursprünglich aus Russland stammt und deren Vertreter als besonders anhänglich gelten und am liebsten den ganzen Tag mit Menschen zusammen sind. Und auch Sami bildet ein Tandem mit Herrchen, fährt im sogenannten Müllverdichter mit. Der Vierbeiner hat im Fahrzeug eine kleine Decke auf dem Beifahrersitz. Wasser in einer Schale und Leckerchen hat Schumann für die Hündin auch immer dabei.
Wenn er das Fahrzeug stoppt, guckt Sami interessiert nach draußen oder geht mit raus. Selbstredend ist es mit dem Arbeitgeber abgestimmt, dass Schumann seine Hündin zum Dienst mitnehmen darf. Die Stadt Langenhagen ist tierfreundlich. „Es ist kein Problem in Bereichen, wo es möglich ist. Natürlich würde es beispielsweise im Bürgerbüro, wo viel Publikumsverkehr vorhanden ist, nicht klappen“, sagt Stadtsprecherin Juliane Stahl.
Und Sami arbeitet sogar mit. „Wenn ich sie im Wietzepark rauslasse, dann weiß sie, wo die Mülleimer sind, und zeigt an, wo ich hin muss“, berichtet Schumann. Oft kommt es dann auch zu Gesprächen mit Hundebesitzern, die mit ihren Tieren Gassi gehen.
Doch zu viel Small Talk unter den Erwachsenen mag Sami nicht. „Sie fängt dann an zu bellen und signalisiert, dass wir weiterfahren sollen“, sagt Schumann und lacht.
Ebenfalls ins Gespräch kommt der Mitarbeiter der Stadtentwässerung, wenn er beispielsweise an der Leibniz IGS die Mülleimer entleert.
Auch die Schüler kennen Sami schon, wollen sie streicheln – oder stellen Fragen. Auch diese: „Wenn Sami mal doch zu Hause bleibt, dann wollen sie wissen, wo sie ist“, erzählt Schumann, dessen Frau ebenfalls berufstätig ist. Aber sein Sohn ist manchmal daheim.
Normalerweise wäre Sami sonst allein zu Hause. Deswegen gibt es die Absprache mit dem Dienstherren, und so darf die Hündin mit auf Tour gehen: montags bis donnerstags von 6 bis 15 Uhr und freitags von 6 bis 11 Uhr. Am Sonnabend und Sonntag hat die Hündin dann auch mal Wochenende – und weiß die freien Tage zu genießen. „Wenn wir an Sonnabenden mit der ganzen Familie entspannt frühstücken, dann weiß sie, dass es nicht zur Arbeit geht – und streckt auf dem Sofa alle viere von sich.“ Damit sie ab Montag wieder als treue Beifahrerin mit auf Tour gehen kann.

Autor:

Oliver Krebs aus Langenhagen

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