Fahrraddemo führt duch Langenhagen

Mit der Fahrraddemo setzen sich die Grünen für eine Mobilitätswende ein.
  • Mit der Fahrraddemo setzen sich die Grünen für eine Mobilitätswende ein.
  • hochgeladen von Oliver Krebs

Langenhagen. Bereits zum zweiten Mal veranstalteten die Langenhagener Grünenjetzt einen Aktionstag „Mehr Platz fürs Rad!“, um eine städtische Mobilitätswende einzufordern. Im Vorfeld hatten sie eine Liste mit fast 40 Mängeln an den Radverkehrsanlagen in Langenhagen zusammengetragen. Eine Fahrraddemo vom Kaltenweider Platz quer durch Langenhagen führte die Teilnehmenden bei tropischen Temperaturen auf den gewöhnlich den Autos vorbehaltenen Fahrbahnen an vielen der Problemstellen vorbei, die zuvor mit Sprühkreide temporär markiert worden waren.
Vor dem Hintergrund der Notwendigkeit des Klimaschutzes, die uns auch in Langenhagen durch die aktuelle Trockenperiode wieder vor Augen geführt werden, verwiesen die Grünen dabei auf die Vorgaben des Klimaschutzgesetzes. Auch die Langenhagener Klimaschutzziele sind nur mit einer spürbaren Verlagerung der Mobilität auf den Radverkehr und den öffentlichen Nahverkehr zu erreichen.
„Radfahren ist Klimaschutz und liegt als vollwertige Alternative für den Stadtverkehr voll im Trend,“ betont Wilhelm Zabel, Fraktionsvorsitzender der Grünen in Langenhagen.
Die Ausgangsbedingungen für den Radverkehr in Langenhagen sind hervorragend: Im Stadtgebiet gibt es kaum Höhenunterschiede, quer durch die Kernstadt benötigt man mit dem Rad nur 15 Minuten und maximal 20 Minuten aus den Ortschaften bis in die Stadtmitte.
Dennoch kommt die Steigerung des Radverkehrs trotz anspruchsvoller Zielsetzungen der Stadt kaum voran. Immer wenn es darum geht, den Straßenraum gerecht aufzuteilen und den Radverkehr dabei angemessen zu berücksichtigen, wird der Autoverkehr mehrheitlich bevorzugt. So führte die Fahrraddemo mit einem Zwischenhalt am Neubau des Gymnasiums vorbei. Erst kürzlich hatte die Ratsmehrheit gegen die Grünen entschieden, die Kfz-Fahrbahn zu verbreitern statt für den Schülerverkehr einen neuen Radweg auf der Ostseite zu bauen. Damit wird der bestehende, zu schmale Radweg auf der Westseite trotz des starken Schülerverkehrs zum Gymnasium weiterhin in beiden Richtungen genutzt werden müssen.
[Bild1: „Schattenplatz“ für die Zwischenkundgebung am Neubau Gymnasium, ©Alicia Vazquez]
Auch der ADFC stellt regelmäßig heraus, dass sich viele Radfahrer*innen auf Langenhagens Straßen nicht sicher genug fühlen. Die Kraftfahrzeuge sind zu schnell unterwegs und halten zu geringen Sicherheitsabstand zu den Radfahrer*innen. Es fehlt vor allem am Platz für den Radverkehr als vollwertige Alternative für die innerstädtische Mobilität. Wir benötigen durchgängig sichere, attraktive und zügig befahrbare Velorouten von den Ortschaften ins Zentrum und ein gut ausgebautes Netz innerhalb der Kernstadt.
Bereits direkt nach dem Start führte die Demo-Route auf der Walsroder Straße am künftigen Standort der Feuerwehren Kaltenweide und Krähenwinkel vorbei. Bisher besteht in diesem Bereich eine Lücke im Radweg in Richtung Langenhagen. Trotzdem ist dort im Zuge des Feuerwehrprojekts erstaunlicherweise bisher kein Radwegneubau geplant. Auf der Fahrbahn von der Wagenzeller Str. in die Walsroder Str abbiegen zu können ist dort sonst nicht möglich. „So komfortabel müsste es an dieser Stelle immer gehen,“ sagte Silke Musfeldt, die regelmäßig mit dem Rad zur Arbeit von Kaltenweide nach Hannover fährt.
Das Ziel der Fahrraddemo war der Rathausinnenhof, wo auch die Abschlusskundgebung stattfand. Die Grünen forderten ein Sofortprogramm, um den Radverkehr in Langenhagen zu stärken und boten dafür ihre Unterstützung an. Allerdings war es der Stadtverwaltung nicht möglich, die grüne Mängelliste direkt entgegenzunehmen. Die Grünen haben ihre Forderungen daher zusammen mit dem Unterstützungsangebot im Rathausbriefkasten hinterlassen und erwarten nun die Stellungnahme der Stadtverwaltung.

Autor:

Oliver Krebs aus Langenhagen

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