Unterstützung in Krisensituationen

Hilft den Ratsuchenden: Kristina Grundmann.
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Langenhagen. Das Beratungsangebot hier werde gut angenommen, sagt Kristina Grundmann. Die AWO Mitarbeiterin und Erziehungswissenschaftlerin berät im AWO Familienzentrum „Sonnenblume“ einmal pro Woche Paare und Einzelpersonen mit Kindern bei Trennung und Scheidung, in Erziehungsfragen, persönlichen Krisen und Paarkonflikten. Auch Jugendliche ab 15 Jahren in Krisensituationen nehmen das von der Stadt Langenhagen geförderte Angebot der Familienberatung der AWO Region Hannover im Neubaugebiet Weiherfeld in Anspruch.
Sucht, Krankheit, Sexualität, Arbeitslosigkeit, Schulden und Existenzsorgen, Erziehungsprobleme - die Gründe für Konflikte in Paarbeziehungen seien vielfältig. Das alles könne eine Beziehung sehr belasten, betont Grundmann. Vor allem Paare um die 40 würden die Beratung aufsuchen. Bei den Einzelberatungen seien es insgesamt mehr Frauen als Männer. Frauen holten sich Hilfe, wenn sie ein Problem in ihrer bestehenden Beziehung besprechen wollen. Männer kämen eher, wenn die Beziehung eigentlich schon vorbei sei, wie Grundmann beobachtet. Ratsuchende Jugendliche litten häufig an der Situation zuhause – insbesondere dann, wenn die Eltern sich trennen. „Sie kommen ganz schnell in einen Loyalitätskonflikt, der sie überfordert und krank macht“, sagt Grundmann.
Kristina Grundmann unterstützt die Ratsuchenden dabei, einen Umgang mit ihrer Lebenssituation zu finden und Ideen zu entwickeln, die eigenen Kräfte zu stärken und für sich einzusetzen. Sich Beratung oder Hilfe zu holen, sei der erste gute Schritt in Richtung Aufbruch, so Grundmann. „Hier bekommen sie Raum und Zeit für ihre Probleme und erhalten Impulse, die ihnen vielleicht helfen, mit der Konfliktsituation anders umzugehen.“ Beim ersten Termin sei es wichtig, erst einmal zuzuhören, zu verstehen, den Beratungsauftrag zu klären und weitere Schritte zu besprechen. In der Paarberatung gehe es beispielsweise häufig darum, die eigenen Gefühle wahrzunehmen, neue Kommunikationstechniken anzuwenden und Handlungsmuster zu verändern. Die Menschen kommen durchschnittlich viermal in die Beratung, berichtet Grundmann. Bei Bedarf vermittelt die Beraterin an andere Fachstellen bei der AWO weiter, wie zum Beispiel an die Schuldnerberatung oder die Kurberatung der AWO Familienbildung, aber auch an externe Stellen, wenn es beispielsweise um eine therapeutische Behandlung geht. „Wir haben bei der AWO für die Menschen eine Vielzahl von Einrichtungen und sozialen Dienstleistungen, wo sie weitere Unterstützung bekommen können.“
Die Öffnungszeiten des Beratungsangebots im AWO-Familienzentrum „Sonnenblume“ sind donnerstags von 13 bis 16 Uhr, eine telefonische Terminvereinbarung ist notwendig unter der Telefonnummer (0511) 2 60 92 10.
Die Familienberatung der AWO Region Hannover bietet seit Mitte Oktober vergangenen Jahres eine Trennungs- und Scheidungsberatung im AWO Familienzentrum „Sonnenblume“ Weiherfeld, Moorlilienweg 2 in Langenhagen an. Mit dem zusätzlichen Beratungsangebot hat die Stadt Langenhagen auf den großen Bedarf für ein wohnortnahes und niedrigschwelliges Angebot im Neubaugebiet Weiherfeld reagiert. Bei den Familienberatungsstellen in Langenhagen gebe es derzeit längere Wartezeiten.
Der Jugendhilfeausschuss sowie der Rat Langenhagen haben das Beratungsangebot zunächst für ein Jahr bewilligt.

Autor:

Oliver Krebs aus Langenhagen

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