Sanierung des Theatersaals verzögert sich
Mimuse muss Veranstaltungen absagen

Die wirkliche Ursache und das Ausmaß des Wasserschadens im Theatersaal sind nach wie vor unklar.
  • Die wirkliche Ursache und das Ausmaß des Wasserschadens im Theatersaal sind nach wie vor unklar.
  • hochgeladen von Oliver Krebs

Langenhagen. Der Theatersaal in Langenhagen gleicht noch immer einer Baustelle – und das wird vorerst so bleiben. Sehr zum Nachteil des Kleinkunstfestivals Mimuse: Das musste nun einige bereits geplante Veranstaltungen absagen.
Entstanden ist der Schaden im Theatersaal bereits im vergangenen Jahr. Im August 2021 war nach einem Starkregen Wasser aus der Decke gelaufen. Nach einer ersten Reparatur trat nur wenige Monate später erneut Wasser aus. Die Folge: Der Theatersaal musste sofort gesperrt werden. Die Gefahr, dass Teile der Decke hinabstürzen könnten, war zu groß.
Immer wieder war seitdem der Termin der Wiedereröffnung vage. Doch die Mimuse muss ihr Herbstprogramm mit den Künstlern viele Monate vorher planen. „Wir haben das in diesem Jahr schon rausgezögert“, sagt Programmleiterin Inga Herrmann.
Doch Anfang des Jahres mussten die Planungen beginnen. Damals noch mit dem Gedanken, dass der Theatersaal zu Oktober bespielbar sein würde. Jetzt kommt es anders: Die Arbeiten werden voraussichtlich erst im Oktober fertiggestellt. „Anschließend muss alles erst wieder hergerichtet und installiert werden“, erklärt Herrmann.
Das heißt konkret: Die für Oktober geplanten Veranstaltungen im Theatersaal mussten abgesagt oder verlegt werden. Um einen kleinen Zeitpuffer zu haben, hat Herrmann auch die Veranstaltungen Anfang November verlegt – neun Veranstaltungen betraf das insgesamt. Immerhin: „Die meisten Künstler und Managements haben sehr verständnisvoll reagiert“, sagt Herrmann. Ihr sei viel Verständnis entgegengebracht worden, zumal sieben der neun abgesagten Veranstaltungen auf 2023 und 2024 verlegt werden konnten. Nur zwei seien einer endgültigen Absage zum Opfer gefallen.
Dennoch spürt der Verein Klangbüchse, der das Mimuse-Festival organisiert, all diese Turbulenzen in finanzieller Hinsicht. „Wir müssen jetzt an Rücklagen ran“, sagt Herrmann. Einige Veranstaltungen würden nun nämlich im deutlich kleineren daunstärs (rund 100 Plätze) stattfinden anstatt im großen Theatersaal mit Platz für 500 Personen. „Der Künstler bekommt natürlich trotzdem die Gage für den Theatersaal“, erklärt Herrmann. Wie viel all das den Verein kosten wird, konnte Herrmann nicht abschließend sagen. „Dafür müssen wir uns erst mal in Ruhe einen Überblick verschaffen“, macht sie deutlich.
Der Vertrag für das extra angemietete Kulturzelt, welches seit Februar als Ausweichmöglichkeit neben dem CCL steht, wurde unterdessen nicht verlängert. „Das Zelt wird am 4. Juli abgebaut“, teilt Mario Frank vom Zirkus Showkolade mit. Der Inhaber hätte sein Kulturzelt in Langenhagen gerne länger stehen gelassen. „Nach zwei Jahren Pause durch die Pandemie hätten wir das gebrauchen können“, sagt er.
Frank sei über mehrere Wochen in Gesprächen mit der Stadt Langenhagen gewesen, doch nach Angaben des Zirkusdirektors habe am Ende seitens der Stadt das Geld für die Verlängerung gefehlt. Ein Dringlichkeitsantrag der Linken-Politikerin Felicitas Weck ist in der jüngsten Ratssitzung abgelehnt worden. Kulturdezernentin Eva Bender bedauert die Entscheidung. Sie betont aber auch, dass die Mehrausgaben von 140.000 bis 160.000 Euro  bei der derzeitigen finanziellen Situation wohl nicht zu rechtfertigen seien.

Autor:

Oliver Krebs aus Langenhagen

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