Ausstellungseröffnung am Freitag

Kunstverein zeigt bei Artikel 132-75 Objekte

Langenhagen. Der Kunstverein in der Walsroder Straße 91 a eröffnet am Freitag, 26. April, um 19 Uhr seine Ausstellung zu Artikel 132-75 mit Gastredner Thomas Becker, Kulturwissenschaftler und Vertretungsprofessor für Ästhetik und Theorie der zeitgenössischen Kunst an der HBK. Im französischen Strafgesetzbuch definiert Artikel 132-75 den Begriff "une arme par destination" als einem Objekt, dass zur Waffe wird, gleichermaßen durch sein Potenzial als auch durch die vermeintliche Intention seines Trägers, Schaden zu erzeugen. Die Ausstellung ist konzipiert von Gallien Déjean, Emmanuel Guy, Juliette Pollet und Fanny Schulmann, mit Reynaldo Gomez und Sif Jeppesen. „Während wir mir unseren Freunden über Politik sprechen, richtet sich unter Blick mechanisch auf die auf dem Tisch ausgebreiteten Objekte. Einen Ausweg aus den Widersprüchen unserer Diskussionen oder eine Verbindung zwischen Worten und Gedanken suchend, tastet das Auge die scheinbar unbedeutenden Dinge vor ihm ab, in der Hoffnung, eine Leerstelle zu finden, in der sich die Situation klarstellen ließe. Jedoch ist es oft die genau umgekehrte Vorgang – beginnend mit den Objekten auf dem Tisch – die einen Bilanz ziehen lässt.“ Ist es möglich, kritische Ideen aus einer temporären Sammlung von Objekten zu entwickeln, ohne sie zu fetischisieren oder als überflüssig zu betrachten? Im Gegensatz zu der Prämisse in der ein Objekt als relationales Element zwischen dem Mensch und seiner Umgebung betrachtet wird, untersucht Art. 132-75* das den Objekten inhärente Potenzial zum Widerstand. An der Schnittstelle von Politik, Physik und Ontologie bestätigt diese temporäre Sammlung von Objekten die unterschwelligen, autonomen und nicht-relationen Aspekte von Artefakten, ihre Kapazität zur Blockade, ihre burleske Instabilität und ihr tödliches Potenzial.