Bachkantate erklingt am Karfreitag

Das Werk des jungen Johann Sebastian Bach wird am Karfreitag in der Elisabethkirche in Langenhagen aufgeführt.

Besonderes Konzert in der Elisabethkirche

Langenhagen. Am Karfreitag, 19. April um 15 Uhr erklingt in der Elisabethkirche die Kantate „Aus der Tiefen rufe ich, Herr, zu dir“ für Soli, Chor und Orchester. Das Werk aus der Feder des jungen Johann Sebastian Bach wurde 1707 erstmals aufgeführt und gehört zu seinen bekanntesten Kompositionen. Solisten sind Frank Schneiders, Bass, der Tenor Christoph Rosenbaum und Augustin Gorisse an der Oboe, die bereits vielfach bei Konzerten, wie auch im letzten Jahr bei Mozarts „Krönungsmesse“, in der Elisabethkirche mitgewirkt haben. Ebenso wie die Kammersymphonie Hannover, die aus Mitgliedern der NDR-Radiophilharmonie besteht. Außerdem interpretiert Frank Schneiders die Arie „Mache dich mein Herze rein“ aus Bachs Matthäuspassion. Und erstmalig ist in diesem Jahr das „Neue Vocalensemble“ zu hören. Die Predigt hält Pastor Torsten Kröncke, die musikalische Leitung hat Kantor Arne Hallmann. Am Ausgang wird um eine Spende zur Finanzierung dieser Veranstaltung gebeten. Christoph Rosenbaum arbeitet unter anderem als freischaffender Opern- und Konzertsänger. Im Konzertfach ist er ein gefragter Solist, vor allem im Bereich der Barockmusik. So ist er regelmäßig als Evangelist in den großen Passionen J. S. Bachs zu hören oder mit der Solopartie in Händels Messiah. 2011/2012 war er Absolvent des Exzellenz Programm Barock Vokal des Kollegs für Alte Musik der Hochschule für Musik, Mainz, wo er mit renommierten Musikern wie Wolfgang Katschner, Andreas Scholl oder Ton Koopman zusammenarbeitete und wichtige künstlerische Impulse gewinnen konnte. Geboren in Hildburghausen (Südthüringen), erhielt Christoph Rosenbaum eine Ausbildung im Fach Horn, war daneben aber auch Chormitglied der Stadtkantorei Hildburghausen und der Suhler Philharmonie. Nach der Berufsfachschule für Musik Oberfranken in Kronach wechselte er 1996 an die Hochschule für Musik und Theater Hannover und wurde in die Gesangsklasse von Prof. Carol Richardson-Smith aufgenommen. Meisterkurse belegte er u. a. bei Eugen Rabine, Margreet Honig, Claes H. Ahnsjö, Marjana Lipovsek, Peter Kooy und Irwin Gage. Bereits zur Studienzeit sang er bei zahlreichen Konzerten. 2001 erhielt Christoph Rosenbaum noch als Student ein Gastengagement an der Staatsoper Hannover für „Europera 3“ von John Cage in der Regie von Nigel Lowery, dem sich 2002/03 weitere Rollenverpflichtungen anschlossen. Er arbeitete mit bekannten Regisseuren wie Calixto Bieto, Joachim Schlömer, Luc Perceval und Peter Konwitschny. Von 2006/08 war Christoph Rosenbaum Ensemblemitglied des Anhaltischen Theaters Dessau, Intendanz: Johannes Felsenstein.  Frank Schneiders studierte Germanistik an der Universität seiner Heimatstadt Köln und Gesang an der dortigen Musikhochschule bei Josef Metternich. Nach Engagements am Opernstudio der Deutschen Oper am Rhein in Düsseldorf, in Oberhausen und am Staatstheater Darmstadt kam er 1992 als festes Ensemblemitglied an die Staatsoper Hannover. Gastspiele führten ihn an die Deutsche Oper am Rhein, das Teatro São Carlo in Lissabon, die Komische Oper Berlin, die Oper Breslau, das Staatstheater Wiesbaden, die Nationale Reisopera Enschede und viele andere Bühnen. Frank Schneiders sang unter anderem zahlreiche Mozart-Partien, Rossinis Bartolo und Magnifico, Pizarro in „Fidelio“, Kaspar im „Freischütz“, Verdis Falstaff und Jago sowie die Wagner-Partien Beckmesser, Alberich und Klingsor. Auch bedeutende Rollen des 20. Jahrhunderts hat der Bassbariton verkörpert, so Puccinis Gianni Schicchi, Bergs Wozzeck und Schigolch, den Dreieinigkeitsmoses in „Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny“, Dr. Kolenaty in „Die Sache Makropulos“.
Augustin Gorisse: Nachdem er sich in seiner Heimatstadt Toulouse für die Möglichkeiten der Oboe in Kammermusik und Orchester begeisterte, studierte Augustin Gorisse am Conservatoire national supérieur de musique et de danse de Paris und danach an der Hochschule für Musik in Köln. Schon während des Studiums spielte er bereits bei großen Orchestern wie dem Bayerisches Staatsorchester, Orchestre National de France, dem Orchestre Philharmonique de Radio France und dem San Francisco und New York City Ballet. Um sein künstlerisches Spektrum zu erweitern, gründete er das „Quintette Akebia“ (Bläserquintett) und war mehrmals beim Festival „Jazz in Marciac“ mit Riccardo Del Fra, Baptiste Trotignon oder Roy Hargroove zu hören. Nach einem Engagement an der Opera de Limoges wechselte Augustin Gorisse 2016 an die Staatsoper Hannover als Solo Englischhornist.
Die Feier der Osternacht beginnt am Samstag, 20. April um 22.30 Uhr. Das Herzstück dieses Gottesdienstes bilden festliche liturgische Gesänge, deren Klänge die Besucher aus der zu Beginn des Gottesdienstes herrschenden Dunkelheit der Kirche dem Licht von Ostern entgegen führen, das am Ende des Gottesdienstes durch eine von über hundert Kerzen hell erstrahlende Elisabethkirche symbolisiert wird.