"Hochwertige Betreuung"

Scharfe Kritik am CDU-Vorsitzenden Gerriet Kohls

Langenhagen (ok). Ein scharfer Wind weht Gerriet Kohls, Vorsitzender der CDU Kaltenweide, nach seinen Äußerungen in Sachen Vollzeitbetreuung entgegen (das ECHO berichtete). Kohls spricht sich dagegen aus, Kinder in eine Krippe zu geben und beruft sich auf Ergebnisse eines Kinderärztekongresses in Bielefeld. Das Fazit: Je mehr Zeit Kinder in einer Einrichtung verbrachten, desto stärker zeigten sie später "dissoziales Verhalten". Die SPD-Ratsfrau Dagmar Janik, Mitglied im Jugendhilfe- und Bildungsausschuss, weist allerdings auf einen aus ihrer Sicht feinen Unterschied hin. Die Studie des Kinderärztekongresses warne ausdrücklich vor "schlechten Krippen", davon sei Langenhagen allerdings meilenweit entfernt. Im Gegenteil: Bei hochwertiger Betreuungsqualität könnten langfristig "kognitive Effekte" nachgewiesen werden. Dagmar Janik, selbst Mutter eines neunjährigen Kindes, lobt den "hohen Standard" der Einrichtungen in Langenhagen, will selbst weiter daran mitarbeiten, dass er gehalten und sogar ausgebaut wird. Janik: "Ob Eltern ihr Kind betreuen lassen oder selbst zu Hause bleiben, sollte jedem überlassen bleiben." Und auch der frühere CDU-Ratsherr Andreas Hafner, von Beruf Erzieher, lässt kein gutes Haar an Kohls, schickt Kohls mit seinen Ansichten in die Steinzeit zurück. Der Kaltenweider CDU-Vorsitzende verkenne, dass in den genannten Referenzländern ein anderes Kita- und Krippensystem als in Deutschland existiere. Zitierte Stressmomente, die zu Spätfolgen führen könnten, entstünden nicht unbedingt durch die berufliche Tätigkeit beider Elternteile, sondern vielmehr durch mögliche finanzielle Zwänge. Außer der Steigerung von Betreuungsdichte und Qualität sei es notwendig, für mehr Vereinbarkeit von Familie und Beruf am Arbeitsplatz zu sorgen.