Quer gedacht

„Pilgerweg" von Pastor Frank Foerster

Unterwegs sein im Freien – eine gute Idee in Zeiten von Corona. Unterwegs sein mit Gott, ein Ziel haben und Zeit dafür, das ist Pilgern. „Auf nach… Bethlehem!“, lautet ein Pilgerprojekt in unserer Gemeinde. Pilgern verbindet. In unserem Fall die St. Paulusgemeinde und die Bethlehemgemeinde in Leipzig. Die Idee und der Weg verbinden beide Orte und die Menschen, die sich aufmachen. Wer pilgert, geht mit offenen Sinnen. Es tut gut aufzubrechen, es bringt mich weiter, vorwärts zu gehen. Es muss ja nicht immer gleich der Jakobsweg sein. Es reicht auch, einen kürzeren Weg unter die Füße zu nehmen. Dann kann ich Erfahrungen des Pilgerns teilen: dass ich spüre, nicht festzukleben, sondern unterwegs zu sein, dass ich mein Leben als ein Vorwärtsschreiten wahrnehme, dass ich die äußeren Wegschritte im Gebet oder bei der Betrachtung von Natur und Schöpfung auch als Schritte des eignen inneren Glaubensweges wahrnehme. All das sind Wirkungen des Weges. Mein ganzes Leben kann ich sogar als einen (Pilger-) Weg verstehen. Er bringt mich Schritt für Schritt näher zu Jesus, der von sich sagt: „Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben.“ (Johannes 14,6). Schon Martin Luther wusste, dass der Glaube nichts Feststehendes ist, sondern ein Weg und eine Übung. Glauben findet nicht nur im Kopf statt, sondern betrifft den ganzen Menschen mit Leib, Seele und Geist. Pilgern ist sozusagen „Beten mit den Füßen“.
Die Festigung der Langenhagener Verbindungen zur Leipziger Partnergemeinde ist das eine Ziel, das wir uns vorgenommen haben; ein zweites ist, für jeden Kilometer, der erlaufen wird, etwas Geld für einen guten Zweck zu sammeln. Es kommt dem Beratungszentrum für Frauen und Mädchen Ophelia e.V. in Langenhagen zugute.

Pastor Frank Foerster, St. Pauluskirche Langenhagen