Quergedacht von Vikarin Almut Wenck

Hauptsache Schatten

Schatten. Schatten, den ein parkendes Auto wirft, Schatten der Häuser, eines Baumes. Hauptsache Schatten, der etwas Abkühlung von der Hitze verspricht. Bei 32°C ist es ganz egal, was Schatten spendet, solange es vor der sengend heißen Sonne schützt.
Es ist jedes Mal ein kurzes erleichtertes Aufatmen, aus der prallen Sonne in den Schatten zu treten. Aber die Schatten sind kurz und das Ziel noch nicht erreicht. Die Sonne nimmt den Weg vor mir wieder viel zu lange in Beschlag. Dem Gehweg kann ich quasi ansehen, wie aufgeheizt er schon ist.
Von Schatten zu Schatten geht die Reise. Das Ziel: ein Ort der Erholung. Ein schattiges Plätzchen am See, an dem ein leichtes Lüftchen weht, die Krone eines Baumes weiten Schatten spendet und das Wasser Abkühlung verspricht.
Umgeben vom saftigen Grün und mit den Füßen im frischen Wasser ist es ein erleichtertes Aufatmen. Hier ist ein Ort der Ruhe, der Pause, um ganz bei mir selbst zu sein. Hier wird die Seele einmal aufgetankt mit angenehmer Kühle und Gelassenheit.
Beschützt durch den Schatten der Baumkrone kommt mir ein Vers aus Psalm 57 in den Sinn: „Auf Dich, Gott, traut meine Seele und unter dem Schatten deiner Flügel habe ich Zuflucht, bis das Unglück vorübergehe.“ Oder um es einmal mit unserem Bild auszudrücken: Dir, Gott, vertraue ich und unter dem Schatten deines Baumes habe ich Zuflucht, bis ich so erfrischt bin, dass ich der Sonne wieder zu trotzen vermag.
Und so kann ich mich später mit frischer Kraft auf den Weg zurück in die Sonne machen und nehme den Hauch der Erinnerung an den kühlen Schatten und die geborgene Zuflucht mit.