Sie ist die "Mutterkirche"

825 Jahre: ein seltener Geburtstag

Engelbostel. Die Kirchengemeinde feiert in diesem Jahr ein herausragendes, seltenes Jubiläum: Genau 825 Jahre ist es her, dass die Kirche zu Engelbostel erstmals urkundlich erwähnt wurde.
Als Graf Konrad I. von Roden mit seiner Gemahlin Kunigunde Anno 1196 auf einer heute nicht mehr erkennbaren Leine-Insel zwischen Garbsen und dem heutigen Hannover-Stöcken das Augustiner-Kloster „Santæ Mariæ in Werdere“ (heute Marienwerder) gründete, stattete er seine Stiftung mit ansehnlichen Besitzungen aus, wie unter anderem die Kirche zu Engelbostel (laut Urkunde „Hendelingeburstelle“ genannt).
Diese urkundliche Erwähnung ist der erste schriftliche Nachweis über die Existenz der damaligen Kirche. Die Gemeinde allerdings dürfte wesentlich älter sein, denn das Dorf Engelbostel gehört zu den ältesten in unserer Gegend und könnte schon in karolingisch-sächsischer Zeit – also zwischen 800 und 1000 nach Christus – bestanden haben. In einer Urkunde Conrads III. vom 10. Juni 1033 wird Engelbostel als „Helingaburstalla“ erstmals erwähnt.
Das Engelbosteler Gotteshaus gilt als „Mutterkirche“ sämtlicher Gemeinden nördlich der Leine und im alten Amt Langenhagen. Sie dürfte die älteste Kirchengemeinde im Norden der Landeshauptstadt sein. Zu den Höfen, welche die Grenzen des Großkirchspiels Engelbostel sicherten, gehörte auch der Hof „Hanovere“, der den Leineübergang sperrte. So umfasste die Parochie der Martinskirche einst die gesamte Siedlungsparzelle. Erst im 12. und 13. Jahrhundert wurden die Parochien der Marktkirche Hannovers, des Klosters Marienwerder und des Hagenhufendorfes Langenhagen abgespalten.
Im Laufe der Zeit und der zunehmenden Besiedelung wurde die Martinsgemeinde immer kleiner, indem Teile des Gemeindegebietes selbstständige Kirchengemeinden mit eigenem Gotteshaus und eigener Pfarrstelle bildeten. Noch vor wenigen Jahrzehnten gehörten Ortschaften wie Godshorn (bis 1956) und Evershorst kirchlich zu Engelbostel, ebenso Hannover-Vinnhorst (bis 1939), Berenbostel (bis 1955) sowie Heitlingen, Stelingen und Resse (alle bis 1976). Seit 45 Jahren besteht die Martinsgemeinde „nur noch“ aus den Ortschaften Schulenburg und Engelbostel mit gut 2.000 Gemeindegliedern, einer Pfarrstelle, einer Diakonenstelle (seit 1985) und zahlreichen ehren- und hauptamtlichen Mitarbeitern.