Trend zu "prekärer Beschäftigung" stoppen

Brunotte und Marks diskutierten mit Pflegeexperten

Langenhagen/Wedemark. Der SPD-Landtagsabgeordnete Marco Brunotte und die SPD-Bundestagsabgeordnete Caren Marks hatten zur Diskussionsveranstaltung „Zukunft der Pflege“ eingeladen und diskutierten mit Expertinnen und Experten aus Langenhagen und Umgebung über Erfahrungen und Probleme in der Pflege. Um es vorweg zu nehmen: Einigkeit bestand darüber, dass die Gestaltung der Pflege zu den zentralen Herausforderungen unserer Gesellschaft gehört. Die Anzahl der zu pflegenden Menschen wird aufgrund der Bevölkerungsentwicklung weiter stark ansteigen. Wie wird die Gesellschaft damit zukünftig umgehen? Einen Schwerpunkt bildete das Thema Fachkräftemangel in der Pflege. „Immer wenige Jugendliche interessieren sich für Pflegeberufe“, so die Erfahrung Marco Brunottes aus vielen Gesprächen mit Schülerinnen und Schülern. „Dass die Zugangsvoraussetzungen für diesen Berufszweig immer weiter herabgesetzt werden und auch Ungelernte Zugang erhalten, macht den Bereich Pflege auch nicht attraktiver.“ Hinzu komme, dass die Abschlüsse qualifizierter Migrantinnen und Migranten nicht anerkennt würden, obwohl sie in der Pflege dringend gebraucht würden. Dies müsse sich ganz schnell ändern, so die einhellige Meinung. „ Allein in der Region Hannover fehlen schon heute knapp 5000 Fachkräfte“, stellte Caren Marks fest. „Aber machen wir uns nichts vor: Gut ausgebildete Fachkräfte, die zu einem fairen Lohn arbeiten, gibt es nicht zum Nulltarif“, brachte es die Bundespolitikerin auf den Punkt. Pflege müsse mehr Wertschätzung erhalten und die Pflegekräfte müssten besser bezahlt werden. Marco Brunotte betonte, dass die Arbeit mit zu pflegenden Menschen sowohl körperlich als auch mental eine große Herausforderung darstelle und mehr Respekt verdiene. Marks benannte als Problem, dass immer mehr Frauen auf 400-Euro-Basis in der Pflege arbeiteten. Dieser Trend zu "prekärer Beschäftigung" müsse gestoppt werden, da er unmittelbar in die Altersarmut führe. „Wir brauchen sozialversicherungspflichtige Beschäftigungsverhältnisse, damit dieser Beruf attraktiver wird und die Löhne den Anforderungen des Berufs entsprechen."
Ein weiteres Thema war die Vereinbarung von Familie und Beruf im Bereich der Pflege. Marks betonte, dass Kitas für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter eine wichtige Voraussetzung für berufstätige Eltern seien und dass die Angebote ausgebaut werden müssten. Auch flexible Ganztagsangebote in Kitas seien dringend erforderlich.