1.060 rote Handabdrücke

Auch der Landtagsabgeordnete Marco Brunotte macht sich für die "roten Hände" stark.

„Stopp!“ sagt die IGS Langenhagen zu Kindersoldaten

Langenhagen. Seit dem 12. Februar 2002 ist gemäß einem Zusatzprotokoll der UN-Kinderrechtskonvention der Missbrauch von Kindern als Soldaten verboten. Aber immer noch müssen, besonders in Afrika, Asien und Südamerika, etwa 250.000 Kinder in Kriegen kämpfen. Was das für die missbrauchten Kinder bedeutet, haben die Schülerinnen und Schüler des sechsten Jahrgangs der IGS Langenhagen vor einem halben Jahr in einer Projektwoche erarbeitet. Aber Wissen allein genügt nicht. Mit der Aktion „Red Hand“ werden weltweit rote Handabdrücke gesammelt, um diese als öffentlichen Ausdruck des Protests über Politiker an die Vereinten Nationen zu schicken. Jetzt konnten die Sechstklässler nun im Rahmen einer kleinen Feierstunde die erarbeiteten Ergebnisse der vergangenen Wochen an den Landtagsabgeordneten Marco Brunotte übergeben: 1.060 rote Handabdrücke von Schülern, Lehrern, Eltern und Langenhagenern. Auch die Eishockey-Profis der Hannover Scorpions haben ihre Handabdrücke hinterlassen. Sie alle haben sich durch die von den Schülern erarbeiteten informierenden Vorträge überzeugen lassen von der Wichtigkeit, den Missbrauch von Kindern für die Zwecke Erwachsener zu beenden. Dieser habe, so erläuterten Schüler der Klasse 6.4, nicht nur verheerende körperliche, sondern auch seelische Auswirkungen auf die zum Teil erst zwölfjährigen Kinder. Dabei gehe es sowohl darum, die Verantwortlichen zu bestrafen und die Kinder zu schützen als auch die Folgen für die Kinder zu lindern und ihnen eine entsprechende Versorgung zukommen zu lassen. Die Schüler, aber auch Schulleiter Wolfgang Kuschel und Brunotte zeigten in ihren Beiträgen auf, wie viel das Thema mit uns zu tun hat. So wurde an die Rekrutierung von Kindern in den vergangenen Wochen des Zweiten Weltkrieges erinnert. Doch auch in der Gegenwart sei Deutschland als Industrieland in der Verantwortung, wie die Frage nach der deutschen Mitschuld durch Waffenexporte, unzureichende Asylbedingungen und die Rekrutierung Minderjähriger durch die Bunderwehr zeigten.