1,50 Meter ist auch hier das Maß aller Dinge

Petra Brandt und Reinhard Spörer zeigen anschaulich, welche Abstandsmaße auf der Straße gelten. (Foto: O. Krebs)

ADFC-Sprecher Reinhard Spörer sieht auch Fehler bei Radfahrern

Langenhagen (ok). Er ist Fahrradfahrer mit Leib und Seele. Aber er weiß auch, dass eben nicht nur die Autofahrer, sondern auch die Verkehrsteilnehmer auf zwei Rädern Fehler machen. Er plädiert dafür, dass jeder seinen eigenen Raum bekommt. Autofahrer genauso wie Fußgänger und Radler. Reinhard Spörer, Sprecher der Langenhagener ADFC-Ortsgruppe – ADFC steht für Allgemeiner Deutscher Fahrradclub – ist der Ansicht, dass die Einhaltung der Regeln für alle Verkehrsteilnehmer sinnvoll, sehr unfallreduzierend und vor allen Dingen förderlich fürs gegenseitige Klima sei. Deshalb ist er völlig damit einverstanden, dass das Radeln auf Gehwegen jetzt deutlich teurer geworden ist. Und zwar sind die Bußgelder von 10 bis 25 Euro auf 55 bis 100 Euro erhöht worden. Spörer: "Der ADFC weist seit langem darauf hin, dass Radfahren auf Gehwegen rücksichtslos und gefährlich ist." Für beide Seiten, denn niemand rechne auf einem Fußweg mit jemand, der mit Radfahrergeschwindigkeit daherkomme. Und schon knalle es deshalb zu oft. In Schrittgeschwindigkeit darf in Fußgängerzonen wie auf dem Marktplatz gefahren werden. Und sind Radler zu schnell unterwegs udn gefährden Fußgänger, kann es richtig teuer werden. Bußgelder bis zu 30 Euro und sogar ein Punkt im Fahreignungsregister in Flensburg sind dann fällig. Bereits bei relativer niedriger Geschwindigkeitsüberschreitung im Ort, müssen Autofahrer demnächst einen Monat zu Fuß gehen. 21 Stundenkilometer sind jetzt die magische Grenze, außerorts 26 Stundenkilometer. Deutlich teurer wird Autolärm-Posing; der Tarif erhöht sich hier von zehn auf 80 Euro. Beim Unnützen Hin- und Herfahren von 20 auf 100 Euro.
Eine Zahl, die sich seit Corona leicht merken lässt, spielt jetzt auch im Straßenverkehr eine Rolle: 1,50 Meter Mindestabstand. So viel Platz muss nämlich zwischen Autofahrer und Radfahrer im Ort sein, außerhalb zwei Meter. Zwischen Rad- und Autofahrer sind es exakt ein Meter. Das heißt für Spörer im Umkehrschluss, dass auf vielen Straßen Langenhagens das Überhlen ohne Gefähdung gar nicht möglich sei. Dann  sei klar: Der Autofahrer muss eben hinter dem Radfahrer bleiben. Denn: Von 1.000 Unfällen am Tag treffe es statistisch 225 Mal den schwächeren Verkehrsteilnehmer, den Fahrradfahrer. Spörer: "Gerade ältere Fahrer sind langsamer und instabiler."