150 weibliche Gäste beim großen Jubiläum

Freuen sich auf das Jubiläum: Damenleiterin Bärbel Brandt (links) und ihrer Stellvertreterin Claudia Freiberg. Foto: K.Raap
 
Erfolgreich in sportlichen und gesellschaftlichen Belangen: Die Damenabteilung des Schützenvereins Langenforth.

Damenabteilung der Langenforther Schützen feiert 50-jähriges Bestehen

Langenhagen (kr). Fast komplett in weiblicher Hand präsentiert sich am Freitag, 20. Mai, das Schützenhaus Langenforth an der Emil-Berliner-Straße: Die 42-köpfige Damenabteilung des Vereins feiert ihr 50-jähriges Jubiläum und erwartet zu dieser Großveranstaltung rund 150 Frauen aus den Vereinen des Kreisschützenverbands Wedemark/Langenhagen. Damenleiterin Bärbel Brandt und ihre Stellvertreterin Claudia Freiberg sowie fleißige Helferinnen haben in den vergangenen Monaten diese Mammutfeier mit viel Liebe und Einfallsreichtum organisiert. Mit von der Partie bei den Planungen natürlich auch Vereinswirt Volker Krause, der mit seinem Team am Freitag alle Hände voll zu tun haben wird. Den musikalischen Rahmen bestreiten das Musikcorps Langenforth und das Young Spirit Orchestra aus Kaltenweide. Geehrt wird am Festabend die bisher noch geheimgehaltene erste Trägerin der neu gestifteten Damen-Jubiläumskette. Gegründet wurde die Damenabteilung des Schützenvereins Langenforth von 1922 am 2.Juni 1961. Und es war ein Mann, der mit seiner Initiative, die damals noch Seltensheitswert hatte, auch dem weiblichen Geschlecht das sportliche Schießen ermöglichte: Der unvergessene damalige 1. Vorsitzende Horst-Otto Wilke ("HOW"), der den entsprechenden Antrag gestellt hatte. Bereits ein Jahr später stellten sich die ersten Erfolge für die trainingsfleißigen Schützenschwestern ein. In den Disziplinen Luftgewehr, Kleinkaliber 50 und 100 Meter sowie Zimmerstutzen belegten sie bei Kreismeisterschaften und Vergleichswettkämpfen gute Platzierungen und holten auch einige Meistertitel. Allen voran Gisela Köchel und Gertrud Gauert. Als die Abteilung 1965 ihr zehntes Mitglied begrüßte, war satzungsgemäß der Weg frei für das Ausschießen einer Königin. Erste Titelträgerin wurde Gisela Köchel. Als 1973 das neue Schützenhaus fertig gestellt wurde, standen die Frauen bei unterschiedlichsten Arbeiten mühelos ihren "Mann". Und mit Sigrid Heyne war es eine Schützenschwester, die die erste Bewirtschaftung übernahm. Die Damen organisierten außerdem mit viel Phantasie viele Veranstaltungen wie Basare, Kinderfeste, Handarbeitsgruppen sowie auch Weihnachtsfeiern im Verein und beim Kreisverband.
Anfang der 80er Jahre begann die Ära der weiblichen Vorderladerschützen. Besonders erfolgreich wurden Marlene Rodschies, Ingeborg Kamm und Ute Meng, die auf Landesmeisterschaften mit Titeln und vorderen Plätzen den Ton angaben. Ein besonderes sportliches Highlight: Marlene Rodschies gewann 1983 bei den Deutschen Meisterschaften in Stuttgart die Bronzemedaille. Auch international klappte es immer wieder mit Top-Platzierungen. Als 1994 mit Michaela Henjes ein Frau den Vereinsvorsitz übenahm, schrieben die Langenforther nicht nur in Langenhagen Geschichte.
Seit 2002 sind Bärbel Brandt und Claudia Freiberg im Amt. Nicht ganz ohne "Vorbelastung". So ist die Damenleiterin mit dem 2. Vereinsvorsitzenden Hermann Brandt verheiratet und die Stellvertreterin ist Ehefrau des 1. Vorsitzenden Michael Freiberg. Die Damen stellen heute etwa ein Fünftel der Mitglieder des Gesamtvereins. Die Schießanlage in Langenforth ist in Norddeutschland eine der größten, auf der nach den Regeln des Deutschen Schützenbunds Wettkämpfe ausgetragen werden. Die insgesamt 67 Stände und Bahnen für Luftgewehr, Pistole, Kleinkaliber und andere Disziplinen werden auch anderen Vereinen zur Mitbenutzung zu Verfügung gestellt. Der Verein verfügt über eine eigene Vereinsgaststätte mit gutbürgerlicher Küche und gemütlichen Clubräumen für Feierlichkeiten aller Art.