33 stimmten für den Badneubau

Kontroverse Diskussionen im Rat trotz eindeutigen Bürgervotums

Langenhagen (ok). Wenn Mirko Heuer, Chef der CDU-Fraktion im Rat der Stadt Langenhagen, mal so richtig ins Plaudern gerät, ist er kaum noch zu bremsen. Der Christdemokrat ließ die bislang erfolglose Geschichte des Badneubaus mit familiärem Hintergrund in der jüngsten Ratssitzung ganze 17 Minuten lang Revue passieren. Eine persönliche Sicht der Dinge mit dem Titel "Schwimmbadneubau in Langenhagen – Aufzucht, Hege und Pflege", die seinem Kollegen von den Grünen, Dirk Musfeldt, doch ein wenig zu weit ging, fühlte der sich doch an die Grand-Prix-Vorentscheidung "Ein Star für Baku" erinnert. Ulrich Weyels Vortrag hatte dann zwar nicht ganz so viel Verve wie das Referat Heuers; der Godshorner SPD-Ratsherr versuchte allerdings an harten Fakten deutlich zu machen, warum ein Badneubau seiner Meinung nach heller Wahnsinn sei. So würden die Eintrittspreise auf mehr als zehn Euro steigen, wenn von der gleichen Besucherzahl wie in Godshorn ausgegangen werden kann. Und auch bei einer günstigeren Prognose lägen sie immer noch bei mehr als sechs Euro. Eine weitere Frage, die sich Weyel stellte: Was passiere mit den Vereinen, wenn die Öffnungszeiten am Abend fast ausschließlich der Öffentlichkeit vorbehalten seien.
Auch Dietmar Grundey (CDU) aus Schulenburg sieht überhaupt keinen Grund, das Godshorner Bad zu schließen; das Freigelände komme nach so vielen Jahren mit seinem tollen Baumbestand erst jetzt richtig zur Geltung. Jens Mommsen (BBL) zählte diverse Projekte auf, die Vorrang hätten, unter anderem die Sanierung der Schulen.
Und Willi Minne, Ortsbürgermeister aus Godshorn, machte aus seinem Herzen keine Mördergrube, hätte sich ein anderes Ergebnis der Bürgerbefragung gewünscht. Nun sei es anders gekommen, und er als Demokrat werde das Ergebnis natürlich akzeptieren und für den Badneubau an der Theodor-Heuss-Straße stimmen. Dafür bitte er alle Godshornerinnen und Godshorner um Verständnis.
Und die Planungen für eine große Lösung an der Theodor-Heuss-Straße können jetzt endgültig auf den Weg gebracht werden – 33 Ratsmitglieder fühlten sich an das Ergebnis der Bürgerbefragung gebunden und stimmten mit "Ja". Ute Biehlmann-Sprung, Lutz Döpke, Dietmar Grundey (alle CDU), Jens Mommsen, Werner Knabe (beide BBL) und Sonja Vorwerk-Gerth und Mike Scheer (beide SVG) schien das Mehrheitsvotum der Bürgerinnen und Bürger weniger zu interessieren, sie sprachen sich gegen einen Badneubau aus. Kleine Pikanterie am Rande: Für ein wenig Unmut in den Reihen der Sozialdemokraten sorgten die Enthaltungen von Elvira Drescher und Marion Kellner (beide Grüne), schien doch in der Mehrheitskoalition in Sachen Abstimmungsverhalten etwas anderes abgesprochen gewesen zu sein.