"35 Prozent Mehrkosten sind üblich"

Ein Teil der alten Konstruktionen des Pferdestalls soll erhalten bleiben. (Foto: O. Krebs)

BBL fordert aktuelle Stunde zum "Blaumenhof" in Ratssitzung am Montag

Godshorn (ok). In zwei Gruppen der "Blaumenhof Kids" an der Godshorner Hauptstraße läuft der Betrieb schon, vier fehlen noch. Zu Beginn des neuen Kitajahres im August soll aber komplett losgehen. Da ist Till Bremen, Geschäftsführer des Betreibers KinderHut, durchaus optimistisch. Noch sehe es in einigen Räumen sehr nach Baustelle aus, aber das werde schon. Die Räume, in den Kinder spielen, und die, in denen die Handwerker arbeiten, sind deutlich voneinander getrennt, seinen hermetisch abgeriegelt. Till Bremen: "Die Kita ist wesentlich sicherer als das häusliche Umfeld." Die Anforderungen seien hoch, auch was die Ausstattung angehe. So seien ergonomische Drehstühle auf Augenhöhe der Kinder für die Erzieher sowie höhenverstellbare Matratzen für die Kinder heutzutage Standard. Eine Einrichtung mit Mobiliar und Standard vom Feinsten, in der es die in der Stadt dringend benötigten Betreuungsplätze gibt. Also eigentlich alles paletti? Nicht so ganz, denn am nächsten Montag, 21. Juni, steht das Thema vielleicht wieder auf der Tagesordnung der Sitzung des Rates der Stadt Langenhagen. Die BBL stellt einen Antrag auf eine aktuelle Stunde in Sachen "Blaumenhof Kids". Der Verwaltungsvorstand gibt zu, dass Fehler gemacht worden sind, der Vertrag "mit heutigem Wissen" so wohl nicht mehr unterschrieben werde. Gleichwohl sei der Blaumenhof - früher ein Pferdestall - wirtschaftlich, der Kostendeckungsgrad liege mit 48,1 Prozent für die 107 Kinder in sechs  Gruppen deutlich höher als bei städtischen Kitas mit etwa 30 bis 32 Prozent. Sozialdezernentin und Stadträtin Eva Bender, die erst vor etwa einem Jahr ihren Dienst bei der Stadtverwaltung angetreten hat und gar nicht die die Verhandlungen mit dem inzwischen verstorbenen Eigentümer Reiner Godorr involviert war, räumt eine zeitliche Verzögerung von bis zu einem Jahr ein. Das liege vor allen Dingen an Problemen mit der Statik, die zu neuen Berechnungen geführt hätten. Aber auch die Corona-Krise habe eine Rolle gespielt und durchaus zu Verzögerungen geführt. Eva Bender weiter: "Verdeckte Mängel, die aufgetreten sind, hat alle die Erbengemeinschaft Reiner Godorrs beheben lassen und auch bezahlt." Und was den Kostenrahmen angeht? Auch da seien die 35 Prozent Mehrkosten nach der ersten Schätzung von 1,7 Millionen Euro Baukosten durchaus üblich, bis zu 40 Prozent seien nichts Ungewöhnliches. So ist nach Aussage Till Bremens eine Teeküche für 8.500 Euro dazugekommen und die Dimension der Lüftungsanlage im Obergeschoss sei vorher nicht abzusehen gewesen. Bevor der Rat der Stadt Langenhagen die zusätzlichen Mittel freigibt, soll das Rechnungsprüfungsamt nach Auffassung der Mehrheit des Jugendhilfeausschusses noch einmal genau draufschauen.