40 Jahre im Dienste der Johanniter

Sabrina Haverichter (Leitung Rettungswache) und Marc Nieber (Mitglied der Dienststellenleitung) gratulieren Bernhard Lange (vorne), der stolz auf seine 40jährige Dienstzeit bei den Johannitern sein kann. Foto: JUH/Lawrenz

Rettungsassistent Bernhard Lange hat schon früh seine Berufung gefunden

Schwarmstedt. Wer schafft das heute noch? Über vier Jahrzehnte bei einem Arbeitgeber beschäftigt zu sein und immer noch mit Engagement und Einsatz in jedem Dienst sein Bestes zu geben. Bernhard Lange, der seit dem 1. April 1980 hauptamtlich bei den Johannitern im Rettungsdienst tätig ist, hat wohl nicht nur einen Beruf, sondern auch seine Berufung gefunden. Grund genug für die Johanniter im Ortsverband Aller-Leine, das außergewöhnliche Jubiläum mit einer offiziellen Feier zu würdigen. Diese durfte, Corona-bedingt, erst vor Kurzem im Garten des Johanniter-Zentrum stattfinden. Neben den Mitgliedern der Dienststellenleitung, Klaus Kramer und Marc Nieber zeigten sich auch der Ortsbeauftrage Hermann Völker und dessen Stellvertreter Jochen Helle-Feldmann voller Dankbarkeit über die langjährige Treue und das außerordentliche Engagement des erfahrenen Rettungsmitarbeiters. Als der Jubilar am 1. Oktober 1977 seinen Zivildienst in der Johanniter-Rettungswache in Wunstorf antrat, ahnte er noch nicht, dass er über vier Jahrzehnte im Rettungsdienst Menschen helfen würde, zahlreiche Leben retten und viele, viele Male auch Leben auf die Welt bringen würde. Noch in seiner „Zivi-Zeit“ wurde er Rettungssanitäter und startete mit dieser Qualifikation am 1. April 1980 als hauptamtlicher Rettungsdienstmitarbeiter in der Wache Langenhagen in sein ereignisreiches Berufsleben. Neben der Arbeit im Rettungsdienst und im Krankenwagen begleitete er auch rettungsdienstlich Ambulanzflüge in Hubschraubern und Flugzeugen.
Ab dem Jahre 1985 übernahm er als Wachleiter in Wunstorf eine neue Funktion und ergänzte diese zwei Jahre später noch mit der Fortbildung zum Desinfektor. „Ich war zu diesem Zeitpunkt der erste Desinfektor in Niedersachsen, der für den Rettungsdienst ausgebildet worden war. Bis dahin gab es das nur in Krankenhäusern“ erinnert sich Lange stolz an die Zeit in Wunstorf. Hier baute er auch im Jahr 1993 gemeinsam mit dem DLRG die erste Wache der Johanniter in Steinhude auf.
Bis 1998 dann wurde durch private Veränderungen sein berufliches Leben auf den Kopf gestellt. Praktisch über Nacht wurde er zum alleinerziehenden Vater von drei Kindern und übernahm damit wieder den Dienst im normalen Schichtbetrieb, um für seine Kinder da sein zu können. Mit der Jahrtausendwende kam er nach Schwarmstedt. In der Celler Straße ist er seit 20 Jahren als Rettungsassistent und Desinfektor tätig und macht es immer noch gerne, wie er selbst von sich sagt.
„Meine Zeit in der Ambulanz-Fliegerei und der Aufbau der Wache in Steinhude gehören zu den Dingen, auf die ich in meinem Berufsleben besonders stolz bin“ sagt der Jubilar und erinnert sich gleichzeitig auch gerne an einen seiner aufregendsten Einsätze. „Gemeinsam mit einer damals neuen Kollegin und einem Praktikanten sind wir in ein Waldgebiet bei Stöcken zu einer hochschwangeren Frau gerufen worden. Gemeinsam mit dem jungen Ehepaar haben wir dann den Nachwuchs auf die Welt gebracht“. Bernhard Lange hat bis heute noch Kontakt zu den Eltern und wird hin und wieder auch noch zum Geburtstag des Jungen eingeladen.
Es habe sich vieles verändert und sei anstrengender geworden, resümiert der Jubilar. Aber er versuche immer noch einen Mittelweg zu finden und bei jedem Einsatz auf keinen Fall die Menschlichkeit zu vergessen.