40.000 auf der Festmeile im Stadtpark

Langenhagen bewegt: Gelungener Auftakt des Löwenfestes mit einer Flashmob-Premiere des Liedermachers Holger Kiesé mit seinen Kids.Fotos: O. Krebs
 
Hoch hinaus ging's auf dem Rad bei der AOK.

Viele Langenhagener bei „größtem Event der Stadt“ auf den Beinen

Langenhagen (ok). 75.000 Quadratmeter, 1.500 Meter: Das waren die beiden Maße, die am Wochenende das Geschehen in der Flughafenstadt bestimmt hatten. Langenhagen hatte auf der Festmeile zwischen Elisabethkirche und Rathaus zum 700. Geburtstag eingeladen, und fast alle, so schien es jedenfalls am Sonntag, waren gekommen. Wer am Nachmittag noch nicht genug Action hatte, konnte abends noch übers Stadtfest bummeln. Und am Sonntag liefen auf der Neuen Bult obendrein noch die Pferde, der Ascot-Renntag stand auf dem Programm. Der Wettergott hatte auch ein Einsehen mit den Langenhagenerinnen, Langenhagenern und den auswärtigen Gästen; die Prognosen im Vorfeld sahen doch weitaus düsterer aus, als es sich schließlich im Endeffekt darstellte. Mehr als 40.000 Besucherinnen und Besucher sollen es gewesen sein, die das „Löwenfest“ meistens in vollen Zügen genossen, am Sonntag war bei strahlendem Sonnenschein auf der engen Festmeile oft kein Durchkommen mehr. Gerade für Kinder wurde jede Menge geboten, aber auch für die Erwachsenen war etwas dabei. Wer wollte, konnte im mittelalterlichen Dorf zum Beispiel alte Handwerkskünste begutachten. Ein paar Fahrgeschäfte hätten auch dem Stadtfest nicht geschadet, bei dem die Bands wieder für mächtig Stimmung sorgten. „Ich wusste gar nicht, dass es in Langenhagen so viele Schlagerfans gibt“, sagte ein erstaunter Organisator Günter Sachs. Bürgermeister Friedhelm Fischer ist sich sicher, dass das Festwochenende mit der Löwenfestmeile noch lange in den Köpfen der Langenhagenerinnen und Langenhagener hängen bleiben wird. Eine Spontanaktion startete die Klasse 4b der Gutzmannschule, die am Montag nach dem Fest Müll vom Spielplatz am Wasserturm gesammelt hat. Keine Scherben und Glasflaschen, aber viele Plastikflaschen und Plastikmüll. Entspannt waren die beiden Tage auch für die rund 100 Helferinnen und Helfer der Johanniter: Es gab lediglich zehn, meist leichtere, Blessuren, eine Fahrt ging wegen eines verstauchten Fußes ins Krankenhaus. Was den Verkehr auf den Straßen anging, gab es nach Auskunft der Stadtverwaltung keine Probleme – mehrere Hundert nutzten den angebotenen Shuttle-Service; auf Grund der durchgängigen Öffnung des CCL-Parkhauses standen auch im Zentrum genügend Parkflächen zur Verfügung.
Während des ökumenischen Festgottesdienstes, der am Sonntag auf dem Kirchplatz vor der Elisabethkirche gefeiert wurde, war die Kollekte für den 2. Ökumenischen Stadtkirchentag bestimmt. Dieser Kirchentag, gemeinsam gefeiert von der katholischen und allen evangelisch-lutherischen Kirchengemeinden Langenhagens, findet vom 21. bis zum 23. Juni 2013 auf dem dann neu gestalteten Marktplatz statt – und die Vorfreude darauf war bei den mehreren hundert Gottesdienstbesuchern offensichtlich schon jetzt groß: Stolze 1.030 Euro kamen bei der Kollekte während des Open-Air-Gottesdienstes zusammen; diese Summe fließt vollständig in den Etat für den Stadtkirchentag 2013.
Aber nicht nur in die Zukunft wurde bei diesem Gottesdienst geschaut – natürlich ging der Blick auch zurück in die mehr als 700-jährige Geschichte Langenhagens. Stimmen aus der älteren und der jüngeren Vergangenheit waren da zu hören, unter ihnen auch die des Koppelknechtes Kurt, verkörpert von Schauspieler Thorsten Rodenberg. In einem Text, den Ortsheimatpfleger Ernst August Nebig zusammengestellt hatte, erinnerte er daran, dass der Reichtum Langenhagens im 18. Jahrhundert aus der Pferdezucht stammte. An das rasante Wachstum der Stadt und die Integration vieler Neuankömmlinge nach dem Zweiten Weltkrieg erinnerte die ebenfalls in dieser Zeit nach Langenhagen gezogene Margarete Hubert, während zwei Konfirmandinnen aus der St.-Paulus- Gemeinde ihre heutigen, vielfältigen Wege durch das moderne Langenhagen beschrieben. „Ich sehe viel von der Welt, und doch führen meine Wege mich immer wieder zurück nach Langenhagen“, beschrieb Koppelknecht Kurt sein Lebensgefühl, das sicher von vielen Langenhagenern geteilt wird. Gemeinsam dankten sie in dem von viel Musik begleiteten Gottesdienst für die guten Lebensgrundlagen, die ihnen diese Stadt bieten kann.