400.000 Bilder alle zehn Meter

Diese Fahrzeuge werden in ein paar Wochen in der Stadt unterwegs sein. (Foto: eagle eye technologies)

Stadt lässt Bestand und Zustand von 183 Straßenkilometern erfassen

Langenhagen (ok). Wie heißt noch ein schönes Sprichwort: Adlerauge sei wachsam. Und das trifft sicher auch auf das Unternehmen „eagle eye technologies“ zu, das ab Mitte/Ende Mai viele Straßen und ihren momentanen Zustand genau unter die Lupe nehmen wird. 183 Kilometer in bebauten Langenhagener Gebieten sollen in fünf bis sechs Tagen abgearbeitet werden. Insgesamt gibt es in ganz Langenhagen eine Straßenlänge von 336 Kilometern; die Wirtschaftswege sollen zu einem späteren Zeitpunkt an die Reihe kommen. Anette Mecke, Abteilungsleiterin Verkehr und Straßen im Rathaus, erläutert: „Wir wollen das Straßenkataster neu aufbauen; insgesamt gibt es acht Zustandsklassen.“ Bisher sei das Straßenkataster linienbasiert angelegt worden; jetzt werde auf ein so genanntes Realflächenmodell zurückgegriffen. Große und kleine Fahrzeuge sind im Einsatz; elf Kameras schießen bei den Großfahrzeugen Stereobilder. Die kleinen Wagen mit fünf Kamerapaaren, die quasi wie ein menschliches Auge agieren, sind für die schmalen Gehwege. Insgesamt werden 800.000 Bilder angefertigt, alle fünf Meter. Die Stadt Langenhagen nimmt allerdings nur 400.000 Bilder; Aufnahmen alle zehn Meter reichen der Kommune. So könnten Risse und Verdrückungen gut erkannt werden.
Die Stadtverwaltung verteilt eine Gesamtnote – Bestand und Zustand werden durch hochgenaues GPS erfasst. Die gesammelten Daten werden auch auf Luftbildern festgehalten. Egal ob Borde, Rinnen, Zeichen, Beleuchtung, Geh- und -Radwege, Parkwege , Straßenbegleitgrün – auf den Straßen wird in zwei Richtungen gefahren. Bei Regen geht es nicht los, weil die Risse nicht erkannt werden können.
Farben markieren dann die Zustandsklassen, machen deutlich, ob ein Ziel-, Schwellen- oder doch bereits ein Warnwert erreicht worden ist. Bei blau und grün ist noch alles im Lot, bei gelb und rot wird es dagegen schon kritisch.
Der Datenschutz wird nach Auskunft Anette Meckes ganz hoch eingestuft. „Kfz-Kennzeichen und Personen werden von der beauftragten Fachfirma weggepixelt“, so die Verkehrsplanerin. Die Daten werden in einem Volumen von etwa einem halben Terabyte nur für den internen Gebrauch auf dem Geo-Daten-Server gespeichert. In sechs bis acht Jahren soll die ganze Aktion, die etwa 100.000 Euro kostet, dann wiederholt werden.