50 Jahre in einem Haus geblieben

Mit gutem Grund feiern will die Mietergemeinschaft am Kielenkamp auch in Zukunft. (Foto: G. Gosewisch)

Godshorner Mietergemeinschaft feiert Jubiläum

Godshorn (gg). Nun hat eine Mietergemeinschaft in Godshorn ihr Jubiläum gefeiert. 50 Jahre lang sind neun Mieter einem Haus treu geblieben, mehrere Mieter liegen knapp darunter und zählen mehr als 40 Jahre. Sie alle haben über die Jahre eine feste Gemeinschaft gebildet. Armgard Fricke ist eine von ihnen, sie kümmert sich auch um die Hausverwaltung.
Noch gut in Erinnerung ist der ehemaligen Vermieterin Sigrid Münkel, welche großen Bedenken ihr Mann Christian vor dem Bau der Häuser am Kielenkamp hatte. Für den Landwirt war das Metier neu, und es mussten Kredite für die Umsetzung aufgenommen werden, ein großes Risiko. Im Jahr 1962 war die Grundsteinlegung, Godshorn war zu der Zeit noch ein ganz kleines Dorf. Die Straßen waren nicht asphaltiert, an öffentlichen Nahverkehr war nicht zu denken. „Wir sind bei jedem Wetter, im Sommer wie im Winter, mit dem Fahrrad zur Arbeit gefahren“, erinnern sich die Godshorner.
Schwer sei es zu der Zeit gewesen, überhaupt eine Wohnung zu bekommen. Um so mehr sei man erleichtert gewesen, eine schöne neue am Kielenkamp zu finden. Das Besondere: Christian Münkel hat in den ersten Jahren, wie überall üblich, darauf geachtet, dass Paare einen Trauschein vorweisen konnten. Anders als üblich war dagegen seine Einstellung zu Kindern, denn die waren immer willkommen. „Es gab Absagen von anderen Vermietern, wenn man mit Kindern einziehen wollte. Die wollten viele nicht haben. Wir haben lange gesucht“, erinnert sich die Mietergemeinschaft.
Inzwischen ist Barbara Münkel-Diercks Vermieterin. Die Tochter von Sigrid Münkel kennen die Mieter noch als Kind: „Die Kleine lief immer mit rum. Auch wenn die Kühe vom Kielenkamp Richtung Wiesen über die Dorfstraße getrieben wurden.“. Der damalige landwirtschaftlich Betrieb der Münkels sorgte bei vielen für einen möglichen Nebenverdienst, nicht nur als Erntehelfer. Gärten wurden später vergeben. Armgard Fricke erklärt: „Über das gemeinsame Pflegen der Grünanlagen rund um die Häuser hat sich so manche spontane Feier ergeben, die Scheunenfeste auf dem Hof Münkel bleiben in guter Erinnerung.“