800 Grad Celsius an vorderster Front

Mit vereinten Kräften wurde die Feuerfront bekämpft.Foto: D. Lange
 
Kam auch zum Einsatz: das Großflugfeldlöschfahrzeug "Panther".Foto: D. Lange

Flughafenfeuerwehr und die Feuerwehr Langenhagen trainieren den Ernstfall

Langenhagen (dl). "Feuer ist Feuer", sagen die Feuerwehrleute. Mag sein, aber dennoch stellt die Brandbekämpfung an und vor allem in einem Flugzeug besondere Anforderungen an die Feuerwehrleute und birgt auch ganz spezielle Risiken. Um diese unter möglichst realitätsnahen Bedingungen trainieren zu können, gibt es seit zwölf Jahren bei der Fraport AG in Frankfurt eine transportable Feuerwehr-Trainings-Center-Anlage, die aus mehreren Überseecontainern besteht und deshalb an jedem Flughafen, der sie anfordert, aufgebaut werden kann. Im Inneren dieser Container, die zu einer langen Röhre zusammengestellt sind und ein Flugzeug mit Cockpit, Sitzreihen, Küche und so weiter darstellen, üben die Brandbekämpfer eine Vielzahl unterschiedlichster Szenarien. Brände in der Bordküche, im Cockpit, im Frachtraum oder in der Toilette können so trainiert werden. In dieser dunklen, spärlich beleuchteten Röhre dieses „Flugzeugs“ bekommen klaustrophobisch veranlagte Leute schon von ganz allein einen beschleunigten Pulsschlag. Für die Feuerwehrleute gilt es dagegen, sich trotz Feuer, Rauch und Hitze darin zu orientieren, den Brandherd zu finden und das Feuer zu löschen. Bei dieser Übung am Donnerstag auf dem Airport, die aus verständlichen Gründen nicht an und in echten Flugzeugen laufen kann und die in dieser Form zweimal im Jahr stattfindet, war erstmalig auch die Feuerwehr Langenhagen mit dabei. Eine Zusammenarbeit der beiden Wehren existiert ja schon länger, zumal bei Großschadensfällen automatisch der Stadtbrandmeister mit alarmiert wird, und die Feuerwehr Langenhagen die Flughafenwehr in vielerlei Hinsicht unterstützt. Die Angehörigen der Langenhagener Ortsfeuerwehren trainierten gemeinsam mit ihren Kollegen von der Flughafenfeuerwehren eine Woche lang in kleinen Löschtrupps die vielen möglichen Szenarien, die bei einem Flugzeugunfall auftreten können. Dazu gehören sowohl große Flächenbrände, die durch ausgelaufenen Treibstoff entstanden sind wie auch Fahrwerks- und Triebwerksbrände bis hin zur Bergung von Besatzung und Passagieren. Mit bis zu 20 Brandstellen und 40 verschiedenen Szenarien kann computergesteuert nahezu alles trainiert werden. Bei den Übungen kommt allerdings kein Kerosin zum Einsatz, sondern umweltfreundliches Gas, das zudem mit normalem Wasser statt mit Schaum gelöscht werden kann. Die Kleidung, die die Feuerwehrleute dabei tragen, kann einem direkten Feuer etwa 20 Sekunden standhalten. Die Brandbekämpfung in unmittelbarer Nähe eines Treibstoff-Flächenbrandes in großer Ausdehnung mit Temperaturen von rund 1000 Grad Celsius und bis zu zwölf Meter hohen Flammen ist allerdings nur möglich mit Hilfe der kühlenden Wirkung des Löschwassers. Dennoch sind es immer noch etwa 800 Grad Celsius nach Schätzung der Feuerwehrleute, die sie an vorderster Front aushalten müssen. Genau nachgemessen hat das allerdings noch keiner. Bei ausgedehnten Flächenbränden und zum Löschen eines brennenden Flugzeugs kommt auf dem Airport in erster Linie das so genannte Großflugfeldlöschfahrzeug „Panther“ zum Einsatz. Hochtechnisiert mit 1.000 PS und 12.500 Litern Wasser und 1.500 Litern Schaum an Bord, das im Notfall mit seinem Wasserstrahl ein Flugzeug auch regelrecht aufschneiden kann.