Advent und die Krippe

Endlich Advent. Vier Sonntage bis Weihnachten. Trotz allen Trubels bis dahin freue ich mich auf diese Zeit. Denn jetzt kann ich endlich wieder in der Kammer nach der Weihnachtskrippe suchen. Ich freue mich schon, sie wieder aufzubauen: mit Stall, Maria und Josef, dem Jesuskind in der Krippe, den Hirten und natürlich als Tieren Ochse und Esel. Die Heiligen Drei Könige kommen später hinzu. So steht es schließlich in der Weihnachtsgeschichte (Lukas 2 und Matthäus 2). Tatsächlich? Ochs und Esel tauchen dort gar nicht auf. Trotzdem stehen sie zu recht an der Krippe. Denn sie haben uns etwas zu sagen.
Schon als man vor 700 Jahren die erste figürliche Darstellung der Geburtsgeschichte Jesu aufbaute, waren Ochs und Esel dabei. In der römischen Kirche Santa Maria Maggiore war es. Denn man wusste: beide stehen sie in der Bibel. Beim Propheten Jesaja kann man es lesen: als der Prophet die zunehmende Gottvergessenheit in seinem Land beklagte, schrieb er nämlich: „Ein Ochse kennt seinen Herrn und ein Esel die Krippe seines Herrn, aber mein Volk versteht es nicht!“ (Jesaja 1,3). Als Jesus geboren war, viele Jahrhunderte nach Jesaja, hat man diese Bibelstelle auf Jesus Christus bezogen. Der Ochse galt als Opfertier, der Esel als Lastträger. Beides kann man auf Jesus deuten: als Gottes Sohn hat er sein Leben geopfert und die Last des Todes für die Menschen getragen. Doch durch seine Auferstehung hat er für uns den Tod besiegt. Dafür stehen Ochs und Esel. Sie stehen nicht als Folklore, sondern vor allem als Symbol an der Krippe, in der Gott zu uns Menschen kommt.
Wenn wir die beiden Tiere heute an der Weihnachtskrippe stehen sehen, sollen sie uns erinnern: Weihnachten ist nicht nur ein schönes Familienfest mit vielen Geschenken. Sondern: Ochse und Esel kennen ihren Herrn! Auch wir zweibeinigen Lebewesen sollten nicht vergessen, dass Gott uns Menschen seine volle Aufmerksamkeit geschenkt und uns seinen Sohn gesandt hat. Jesus Christus kam aus Liebe zu uns Menschen in diese dunkle Welt. Wir dürfen diese Liebe annehmen. Dann können wie sie auch an andere weitergeben.

Frank Foerster, Pastor