Ärger für Anlieger am Bahnhofsplatz

Unerwünschte Parkplatzalternative zum Flughafen

Langenhagen (gg). Viel genutzt wird der S-Bahn-Haltepunkt Am Pferdemarkt. Berufspendler schätzen die Station am Bahnhofsplatz, Ecke Karl-Kellner-Straße. Eine Alternative in der Kernstadt ist sonst nur der S-Bahnhof am Straßburger Platz. Chaotisch geht es allerdings an beiden Plätzen in Bezug auf die PKW-Stellplätze zu - zum Ärger der Berufspendler und zum Ärger der Anlieger. Die Pendler zum Flughafen bringen zusätzliche Brisanz in das Dilemma.
Zeit und Abgase sparen – eigentlich eine gute Idee und das entscheidende Argument für die Nutzung der öffentlichen Verkehrsmittel. Wer mit dem Fahrrad die S-Bahn-Stationen ansteuert, findet immer einen Stellplatz, muss nur noch einen geeigneten Bügel für das Fahrradschloss finden. Fahlanzeige allerdings für Autofahrer. Sie finden am Straßburger Platz gar keinen Langzeitparkplatz. Auf der anderen Seite der Gleise gibt es an der Brüsseler Straße eine beachtliche Anzahl von Parkplätzen – einen Teil vor der Eishalle (sinnvoll zu nutzen für die Besucher derselben) und einen weiteren Teil auf einer provisorisch eingerichteten Brachfläche mit tiefen Schlaglöchern. Voll ist es dort immer, ebenso an der Karl-Kellner-Straße. Dort gibt es viele Anlieger, die die Straße gerne selber zum Parken nutzen würden, doch ihr Wohnumfeld ist nach ihren Aussagen wild zugeparkt. Ein Anwohner hat durchgezählt und schreibt dem ECHO: „Summiert ergeben sich am Bahnhofsplatz etwa 32 Stellplätze. Eigentlich eine beachtliche Zahl“, bei rund einem Dutzend Wohneinheiten. Doch die Problematik liege in der S-Bahn-Verbindung zum Flughafen. So sei der Bahnhof Pferdemarkt ein beliebter Zusteigpunkt der Urlauber oder der Dienstreisenden, die die Parkgebühren am Flughafen sparen wollen und dafür mit der S5 direkt zum Terminal fahren. Im Internet werde bereits in Foren auf die kostenfreien Stellplätze am Bahnhofsplatz und an der Karl-Kellner-Straße als optimaler Langzeitparkraum hingewiesen.
So bleibe den Anwohnern nichts weiter übrig, als weiter entfernt zu parken, aber „ältere und gehbehinderte Nachbarn haben wenig Freude daran, ihre Einkäufe nach einem saftigen Fußmarsch zu Hause zu deponieren und auch Eltern mit kleinen Kindern haben Probleme“, so die Schilderung der Betroffenen, die als Lösung vorschlagen, Bereiche des Bahnhofsplatzes für Anlieger zu reservieren. „Der Stadtverwaltung ist dieses Parkplatzproblem bekannt“, erklärt Pressesprecherin Juliane Stahl auf Anfrage. Bewusst sei bereits vor Jahren die Entscheidung gegen die Ausstellung von Bewohnerparkausweisen gefallen, denn die Anlieger müssten diese gebührenpflichtig beantragen – ein nicht unerheblicher Aufwand. Regelmäßig werde gezählt, wie viele Fahrzeuge auf nicht ausgewiesenen Parkplätzen abstellt sind: im Ergebnis durchschnittlich fünf.